Dienstag, 27. November 2012

"Zeitschriftenverlage brauchen Wachstumsfelder" - Interview mit Gerrit Klein

Gerrit Klein, Geschäftsführer beim Ebner Verlag, wird auf dem 4. Zukunftsforum Zeitschriften erläutern, warum Zeitschriftenverlage sich neu erfinden müssen. Im folgenden Interview erläutert Klein, dass Verlage eine klare Strategie benötigen, auch oder gerade bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Mobile Magazines, Paid Services, Editorial Commerce etc. – Welche Themen und Hauptfragestellungen beschäftigen Sie aktuell am meisten und was wird 2013 die größte Herausforderung für Sie als Zeitschriften-Publisher sein?
Gerrit Klein: Unsere – und damit meine ich alle Verlage – größte Herausforderung wird es sein, stimmige strategische Wachstumsoptionen zu definieren. Eines ist überdeutlich: Das alte Publishing Modell hat seine Grenzen erreicht. Den eigenen Horizont zu transzendieren und gleichzeitig das immer noch bestehende beachtliche Kerngeschäft zu erhalten fordert einen intellektuellen Spagat, der herausfordernd ist.

Viele Zeitschriftenverlage stehen angesichts der Rückgänge von Auflagen und Werbeeinnahmen vor der Herausforderung, neue Wachstumsmärkte und neue Erlösquellen zu erschließen. Wo hat Ihr Verlag Neuland betreten und welche Erfahrungen haben Sie hier gemacht?
Gerrit Klein: Ausland, CRM, Mobil, Employer Branding, Corporate Publishing, Events, Preise, All Access Modelle – wohin man guckt findet sich genügend Neuland. Erfahrungen? Manches funktioniert aus dem Stand hervorragend, manches ist zäh wie Gummi.

Printformate werden heute meist von Online-Auftritten, Tablet- und Smartphone-Apps und anderen digitalen Formaten flankiert, Zeitschriftenmarken werden immer häufiger von vorneherein crossmedial angelegt. Wie muss sich die Printzeitschrift vor diesem Hintergrund verändern?
Gerrit Klein: Wenn ich das exakt wüsste, sollte ich Berater mit einem 5stelligen Tagessatz werden und es nicht hier ausplaudern. Oder eine Sekte gründen. Manchmal ist es schon gut deduktiv zu erkennen, was nicht funktioniert. Denn dann verschwendet man keine Energie auf der falschen Spur.

Was glauben Sie – welchen Umsatzanteil werden elektronische Produkte bei Ihnen im Haus in 5 Jahren haben? Und wie sieht es heute aus?

Gerrit klein: Ich höre immer nur elektronisch. Es gibt noch jede Menge anderer Wachstumsfelder. Die Frage ist anders zu stellen: Welchen Anteil sollen Formatanzeigen in 5 Jahren haben? Einen möglichst geringen.

Die Fragen stellte Jacqueline Hoffmann, Abdruck mit Dank an die Akademie des Deutschen Buchhandels.

1 Kommentar:

Mathias Ferdinand hat gesagt…

Es ist schon spannend, wie sich die Printmedien der fortschreitenden Digitalisierung anpassen. Es wird ja viel darüber diskutiert, ob die Printmedien irgendwann einmal aussterben. Ich bin ganz klar der Meinung, dass sie sich anpassen müssen, allerdings nie ganz verschieden werden. Die Seite http://veroeffentlichen-heute.de/category/die-literatur-der-zukunft finde ich auch sehr interessant, da sie die Thematik noch näher behandelt.