Donnerstag, 2. Februar 2012

Cash-Out, Relaunch, digitale Transformation? Was tun mit Loseblattwerken? Ein Konferenzhinweis

Für Jahrzehnte bildeten Loseblattwerke (LBW) die Cash Cow in vielen Fachverlagen. Das Geschäftsmodell war genial – für Verlage, und für die Kunden, die im vordigitalen Zeitalter auf einfache Weise mit aktuellen Fachinformationen in Nachschlageform versorgt werden konnten. Im Zeitalter der digitalen Medien wirken Loseblattwerke jedoch wie ein Anachronismus.

Doch Vorsicht: Obgleich schon Mitte der 90er Jahre totgesagt, lebt das Loseblattwerk immer noch. Die Realität in vielen Fachverlagen: Noch immer erscheinen hunderte LBW, sie liefern einen wesentlichen Teil, wenn nicht sogar die Basis für die Erlöse. Ein schönes Beispiel für einen solchen scheinbaren Anachronismus ist das LBW "Heise Online-Recht: Der Leitfaden für Praktiker & Juristen“ - also gedrucktes Online-Recht.

Offensichtlich möchten viele Kundengruppen weiterhin nicht auf das LBW verzichten und sind vor allem bereit, (im Unterschied zu Online), dafür zu bezahlen. Auch deshalb werden weiterhin neue Werke auf den Markt gebracht.

Dennoch ist der Trend eindeutig: Bei den meisten Loseblattwerken entwickeln sich die Kennziffern (Abonnements, Haltbarkeit, Cost-per-Order) negativ. Was also tun? Grundsätzlich gibt es drei Optionen:
  1. Cash-Out: Das LBW wird als Auslaufprodukt behandelt, es wird nicht investiert, sondern solange verlegt, bis die Rechnung nicht mehr aufgeht. Dann folgt die Einstellung.
  2. Relaunch: Das LBW wird einem Relaunch unterzogen, um neue Kunden zu gewinnen. Das kann bishin zu einer kompletten Konzeptänderung gehen, wie das Beispiel nwb zeigt
  3. Digitale Transformation: Das LBW wird durch ein digitales Angebot ersetzt - ein Weg, den beispielhaft die WEKA-Fachverlage beschritten haben.
Welche Strategie ist die richtige? Diese Frage werden wir auf einer Exklusiv-Fachkonferenz diskutieren, die wir am 5. März 2012 in München zusammen mit der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstalten. Basis für den Austausch bilden drei Fallbeispielvorträge aus den Verlagen WEKA, Beuth und Behr’s, danach steht ausreichend Zeit für vertiefende Diskussionen in Round Table-Sessions zur Verfügung. Ich bin schon sehr gespannt auf die Lösungsansätze und die damit verbundenen Diskussionen.

1 Kommentar:

amit hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.