Montag, 5. Dezember 2011

Update Self Publishing

Die Diskussion um Self Publishimng gewinnt an Fahrt. Das Blog Verlage der Zukunft gibt einen guten Überblick, zählt einige Self Publishing-Pattformen auf und bewertet sich schließlich die Konsequenzen für Verlage: "Verlage genießen auch heute noch ein gewisses Vertrauen der Kunden im Bezug auf die Qualität der verlegten Texte. Zudem verteilen etablierte und seit Jahren gewachsene Verlage Prestige, so dass viele Self Publishing Autoren immer noch einen Vertrag bei einem Verlag anstreben und diese Publikationsform nur als Einstieg in den Buchmarkt ansehen. Gerade bei einem diffusen Überangebot von E-Books, wie derzeit auf den einzelnen Plattformen, ist der Markteintritt für das einzelne Buch sehr schwer, es droht, auch bei guter inhaltlicher Qualität, in der Masse unterzugehen. Verlage könnten sich hier zu einer neuen Rolle bekennen, die eines Mittlers und Dienstleisters, damit sich Qualität auch in dieser Form des Publizierens letztendlich durchsetzt und ihren Weg zum Leser findet."

Verlage als Dienstleister für Autoren - dieser Gedanke dürfte für viele Verlage eher neu sein. Viele Autoren beklagen einen gegenteiligen Trend - eine sinkende Bereitschaft der Verlage, sich abseits der umworbenen Toppseller intensiv mit dem einzelnen Autor, dem einzelne Manuskript zu beschäftigen. Cora Stephan, die schon auf den Buchtagen 2011 dieses Thema so wunderbar klar auf den Punkt gebracht hat, legt in einem Artikel für die Welt bemerkenswert deutlich nach:

Durch die Arbeit mit PCs sei das Selbermachen kein Problem: "Für ein E-Book braucht der Autor einen PC, ein Texterfassungsprogramm, ein bisschen Software, um die Textmasse in eine Form zu bringen, eine ISDN-Nummer, einen Breitbandanschluss und einen Amazon-Account. Dazu das Übliche: eine Idee, einen Plot, eine gute Geschichte. Talent hilft auch."

Zwar falle die Qualitätskontrolle durch Verlag und Buchhandel weg, doch: "Für Autoren, die durch den Verzicht auf einen Verlag keinen Verlust erleiden, weil sie dort ein gründliches Lektorat, Werbemaßnahmen oder gar einen Vorschuss längst nicht mehr erwarten können, und die auch dem Buchhandel keine Rücksicht entgegenbringen müssen, weil der ihn ignoriert - für all die ist das digitale Veröffentlichen eine Chance."

Womit Cora Stephan den Nagel auf den Kopf trifft: Für immer mehr Autoren, vor allem jene mit Spezialpublikationen, stellt sich tatsächlich die Frage nach dem Sinn einer Verlagspublikation. Für immer mehr wohl aber nicht, weil sie gar keinen Platz mehr in den schrumpfenden Verlagsprogrammen finden. Self Publishing ist dann keine Alternative zum traditionellen Verlag, sondern der einzige Weg.

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