Fachverlage antworten auf diese Entwicklung schon seit einiger Zeit mit der Integration von Inhalten in eine Serviceumgebung, die dem Kunden so viel Mehrwert bietet, dass ein Wertverfall von Inhalten das Geschäftsmodell nicht mehr gefährden kann
Tim O-Reilly, Fachverleger und Medienvisionär, hat diese Entwicklung in einem Vortrag auf einen einfachen Nenner gebracht: "Content disappears into services":
Das neue Jurion - eine Antwort
Eine Beispiel für das Aufgehen von Inhalten in einen Service ist das neue Rechtsportal Jurion der Verlagsgruppe WoltersKluwer, das am 24.11.2011 freigeschaltet worden ist. Die Vision des Portals? Hier die Eigendarstellung:
"Könnten wir nicht eine offene pluralistische Plattform schaffen, mit der juristische Inhalte verschiedener Verlage und Autoren sowie die Arbeitsinhalte der Praktiker gleichermaßen in ein dynamisch wachsendes Wissensnetzwerk eingebracht werden? Könnten wir dann dieses Wissen nicht auch in einem digitalen Arbeitsprozess anbieten, in dem das Arbeiten mit Inhalten produktiver und schneller wird und die Qualität der Arbeitsergebnisse steigt?"
Das Ergebnis? Jurion möchte:
- Aggregator werden (also auch Inhalte von anderen Verlagen anbieten),
- diese Inhalte intelligent in den Arbeitsprozess des Anwalts integrieren und somit dessen Workflow optimal unterstützen (und damit zu einem Service, einem Tool werden)
- dem Anwender die Integration eigener Inhalte ermöglichen
- die Fachcommunity organisieren.
Jurion, also WoltersKluwer, möchte den Kunden besitzen, nicht den Content - der kann von Dritten kommen. Apple und Amazon haben hier Pate gestanden. Ich bin gespannt, ob Jurion mit dieser innovativen Strategie Erfolg hat, und ob es WoltersKluwer gelingt, aus Wettbewerbern (Content-)Lieferanten zu machen...

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