Freitag, 17. Juni 2011

Paid Content: Da geht was, wenn auch langsam und nicht überall

Die 55 Thesen zur Zukunft der Buchbranche, die Matthias Ulmer und seine 2 Mitstreiter auf den Buchtagen vorgestellt haben, wären eine eigene Betrachtung Wert (und haben ja schon Debatten ausgelöst). Ich beziehe mich hier auf die erstaunliche 4. These: "Die Umsatzrückgänge im Bereich gedrucktes Buch werden durch Umsatzwachstum im Bereich Paid-Content ausgeglichen."

Ich bin ja schon seit eh ein Paid Content-Verfechter, hätte mich aber so weit nicht vorgewagt. Sicher, bei den STM-Verlagen, auch bei Verlagen gelingt das. Im E-Book-Bereich wissen wir das noch nicht. Aber in anderen Bereich ist das doch eher schwierig. Die Beraterkollegen von PwC haben jetzt in ihrem jährlichen "Global entertainment and media outlook 2011 - 2015" auch eine Prognose zu den App-Verkäufen gewagt.

Das Ergebnis (siehe auch Grafik, Quelle: PwC):
  • Magazine erzielen exorbitante Steigerungsraten
  • Tageszeitungen können dagegen weniger profitieren und ihre sinkenden Printerlöse nicht ausgleichen
Medienblogger Jeff Bercovici schreibt dazu: "Over the next five years, both magazines and newspapers will enjoy large gains in paid digital circulation, PwC forecasts. But the revenue generated will grow far faster for magazines than it will for newspapers and climb considerably higher, even though it starts from a lower base. PwC estimates that consumer magazines in North America collectively took in about $4 million last year in digital circulation revenues; by 2015, that will climb to $611 million. For newspapers, the growth curve is flatter: from $150 million in 2010 to $331 million in 2015."

Die Ursache ist einfach: Magazine sind wertiger, was Inhalte und Aufmachung betrifft (oder sollten es jeweils sein, wenn sie überleben wollen), Tageszeitungen bestehen aus Nachrichten, die es an jeder Ecke gibt (siehe dazu die Thesen von Jeff Jarvis in der aktuellen impresso-Ausgabe - demnächst zum Download...)

Eines wird durch die PwC-Studie aber auch klar: Selbst bei steilen Wachstumsraten werden Apps 2015 erst einen kleinen Teil der Umsätze ausmachen, Print wird also weiterhin gebraucht - und sollte entsprechend innovativ und leidenschaftlich gepflegt werden (siehe Thomas Koch in der eben genannten impresso-Ausgabe).

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