Dienstag, 26. April 2011

Mehr Flexibilität, mehr Marktnähe, Kosteneinsparungen: Die IT-Architektur von de Gruyter

Mit welcher IT-Architektur kann ein Verlag sich auf ständig komplexer werdende Anforderungen einstellen? Der Berliner Fach- und Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter hat seine Antwort gefunden: Durch die Integration der zentralen IT-Systeme für ERP, CMS und CRM. Christian Kohl, der dieses ambitionierte Integrationsprojekt leitet, erläutert im folgenden Interview Ziele und Erfolgsfaktoren. Christian Kohl wird dieses Projekt auf dem 13. CrossMediaFoum am 19. Mai 2011 in München präsentieren.

Ihr Vortrag heisst "Hyperdistribution durch Systemintegration: Wie De Gruyter CMS, CRM und ERP integriert". Was ist das zentrale Ziel dieser Systemintegration?

Christian Kohl: Das zentrale Ziel ist größere Flexibilität, kürzere Reaktionszeiten auf Kunden- bzw. Marktanforderungen sowie Kosteneinsparungen. Insbesondere sollen auch die Prozesse schlank gehalten werden, um größtmögliche Automatisierung zu erreichen und Redundanzen zu vermeiden.

Was sind die größten Herausforderungen in einem solchen Mega-Projekt?
Christian Kohl: Die beiden größten Herausforderungen sind zum Einen die Koordination der verschiedenen Dienstleister, besonders wenn sehr unterschiedliche technologische Ansätze/Umgebungen aufeinandertreffen. Zum Anderen braucht es ein klares Ziel, ein Konzept, das so strikt wie möglich durchgesetzt werden muss, um am Ende nicht wieder durch "workarounds" o.ä. neue Reibungsverluste zu produzieren.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Verbindung von Inhalten (CMS) und Kunden (CRM)? Geht es hier auch um eine Möglichkeit, zukünftig individualisiertes Marketing oder sogar Individualprodukte zu ermöglichen?
Christian Kohl: Das könnte ein möglicher Weg für die Zukunft sein. Grundsätzlich geht es erst einmal darum, dass wir künftig mehr Kundenorientierung zeigen können und dadurch noch bessere Produkte und bessere Services bieten können.

Welche neuen Geschäfts- und Erlösmodelle werden durch so eine integrierte IT-Infrastruktur möglich?
Christian Kohl: Grundsätzlich ist diese Infrastruktur die Voraussetzung dafür, Content möglichst granular und kontextualisiert anbieten zu können. Ebenso soll natürlich das Endkundengeschäft gestärkt werden.

ERP, CMS, CRM - das klingt nach ziemlich viel Geld und aufwändigem Projektmanagement. Wie kann ein mittelständischer Verlag so ein Projekt finanziell und personell stemmen?
Christian Kohl: Durch kluge Planung, standardisierte Prozesse, Einsatz von Industriestandards wo immer möglich und geschickte Priorisierung der Anforderungen: Konzentration auf die wichtigsten Geschäftsziele.

Was wird Ihre zentrale Botschaft in dem Vortrag sein?
Christian Kohl: Die Verlagsbranche muss sich weiter "industrialisieren" - Systeme konsolidieren, Standards einführen, Prozesse verschlanken - um künftig am Markt bestehen zu können. Nur so kann schnell, ohne Qualitätsverluste und Kostenexplosionen auf veränderte Kundenbedürfnisse reagiert werden.

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