Donnerstag, 20. Januar 2011

Medienkonsum: Ergänzung statt Kannibalisierung

Die Frage, ob und in welcher Weise sich verschiedene Medien kannibalisieren, habe ich hier schon öfter thematisiert (siehe vor allem das spannende Interview mit Dr. Florian Mann zu seiner Dissertation). In Workshops mit Verlagskunden bearbeite ich diese Fragestellung regelmäßig mit oft großem Aha-Effekte: Viele Verlagsmanager sind der Meinung, dass Online oder Mobile Print ablöst und unterschätzen die Mehrmedialität ihrer Kunden.

Verlage wie O'Reilly haben ja schon länger die Erfahrung gemacht, das neue Formate und Kanäle den Markt erweitern: Der Printabsatz von O'Reilly-Büchern geht nicht zurück - trotz E-Books und Apps (siehe den Vortrag von Andrew Savikas, Vice President of Digital Initiatives, O’Reilly Media, USA). Einen weiteren Beleg für diese These liefert die jüngste GFK-Studie zu Kochportalen. In der Pressemitteilung ist es:

"Zeitschriften brauchen die Konkurrenz aus dem Internet nicht zu fürchten. Wer sich bei Rezeptsammlungen im Internet bedient, liest auch überdurchschnittlich häufig Frauentitel, Koch- und Familienzeitschriften. Das Internet erfüllt dank seiner einfachen Recherchemöglichkeit und der Bewertungen und Kommentierungen der Nutzer andere Bedürfnisse."

Mit anderen Worten: Kochportalnutzer sind die besten Buchkäufer! Nicht Substitution, sondern Ergänzung kann die Funktion verschiedener Medien sein. Allerdings - auch das bleibt wahr: Viele Printmedien müssen sich verändern, um weiterhin eine Berechtigung zu haben (siehe dazu meinen Artikel zum Thema Emotionalisierung und mein Interview mit Kilian Müller).

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