Freitag, 24. September 2010

Frankfurter Buchmesse: Vorträge, Panels, Events, Networking!

Die Buchmesse fängt (einfach kaum zu glauben...) schon übernächste Woche an. Wir werden wieder mit einem Stand vertreten sein. Sie finden uns in diesem Jahr an einem der neuen und sehr modern gestalteten Stände des Hot Spots Information Management in Halle 4.2, P 449.

Auf folgenden Veranstaltungen können Sie uns zudem treffen:

Vorstellung der neuen Studie zum Thema Change Management in Fachverlagen
Zusammen mit der Deutschen Fachpresse und der Universität Göttingen (Institut für Wirtschaftsinformatik, Professur für Anwendungssysteme und E-Business) haben wir eine Studie zum Thema „Change Management in Fachverlagen - Am Beispiel Einführung eines Redaktionssystems“ erstellt. Die spannenden Ergebnisse stellen wir zusammen mit Frau Priv.-Doz. Dr. Sevnja Hagenhoff am Donnerstag, den 07.10.2010, ab 12.00 Uhr im Zentrum Fachmedien (4.2 B406) im Rahmen des Empfangs der Deutschen Fachpresse vor.

Der neue Hot Spot Information Management
Wir betreuen den neuen Hot Spot Information Management, der aus dem Forum Innovation hervorgegangen ist: An drei Tagen präsentieren von 09.15 Uhr bis 18.00 Uhr nationale und internationale Dienstleister innovative Publishing-Lösungen (4.2 P 451) . Spannendes Programm, kostenlose Teilnahme. Alle Informationen dazu finden Sie auf der Hot Spot-Website der Buchmesse.

In keinem Fall verpassen sollten Sie meinen Hot Spot-Eröffnungsvortrag zum Thema "Vom Single Source Publishing zur Hyperdistribution" am 06.10.2010 um 09.30 Uhr.

Wo kommen die innovativen Mitarbeiter her?
Das Fachmagazin Buchreport hat mich zu einer spannenden Podiumsdiskussion eingeladen. Das Thema ist brisant: „Kampf um kluge Köpfe“. Wird die Buchbranche unattraktiv für junge Leute in der Berufswahl? Sind Buchhändler überhaupt noch gefragt? Woher sollen die Führungskräfte kommen, die die Buchverlage in eine neue mediale Zukunft führen? Diskussionsrunde mit Julia Claren, Monika Kolb-Klausch, Ehrhardt F. Heinold. Mittwoch, 6. Oktober 2010, 12.00 Uhr, Hot Spot 3.1.

Neue digitale Geschäftsmodelle
Verlage auf der Suche nach neuen Produkten, nach neuen Services - nach neuen Geschäftsmodellen und neuen Erlösquellen. Über diesen Dauerbrenner diskutiere ich am Freitag, den 08.10.2010, mit Katrin Siems, Walter de Gruyter, Claudia Güner, Medizinverlage Stuttgart, Robert Höllein, CPI buch bücher.de und Miriam Hofheinz. Zeit und Ort: 08.10.2010, 10.00 Uhr, Forum Verlagsherstellung, 4.0, Stand A 13 08.

Neue weltweite Marktchancen durch eBook, iPad und Co.?
Standardisierte Lesegeräte und neue Plattformen sind für Verlage nicht nur Risiko. Für die internationalen Märkte sind sie eine einzigartige Chance. Kann die Chance genutzt werden? Erfahrungen bei der Lokalisierung von Verlagsprodukten für internationale Märkte, die Rolle von Communities und weitere Aspekte werden von den Teilnehmern diskutiert. Mit: Bernd Letz und Torsten Kuprat (Geschäftsführer, inspireX GmbH), Arnoud van den Eerenbeemt und Bohn Stafleu van Loghum (Springer Uitgeverij bv), Prof. Friedrich Figge (HTWK Leipzig), Michael Schneider (beo Gesellschaft für Sprachen und Technologie), Moderation: Ehrhardt F. Heinold. Zeit und Ort: 08.10.2010, 12.00 Uhr, Hot Spot Information Management, 4.2 P 451.

Das große Social Media Get together am späten Freitagnachmittag
Am Freitag, den 08.10.2010, ab 17.30 Uhr sind alle Buchmenschen zum Networking in den Hot Spot Information Management eingeladen. Unter dem Motto "hotspotting. people in social media" wollen wir uns bei Wasser, Wein und Brezeln über neue Trends, verrückte Ideen, innovative Konzepte und natürlich die neuesten Eindrücke von der Buchmesse unterhalten. Initiiert wurde das Event von Wibke Ladwig, Ehrhardt F. Heinold und Carsten Raimann, Veranstalter ist die Frankfurter Buchmesse. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldung auf Xing oder Facebook.

Treffen Sie uns auf der Buchmesse!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Warum? Weil wir einen neuen Stand haben. Was Sie bei uns finden? Informationen zu aktuellen Branchen- und Beratungsthemen, die vielleicht auch Sie schon bewegt haben:
  • Entwicklung von Zukunftsvisionen, unternehmerischen Zieldefinitionen und daraus abzuleitender Strategieentwicklungen
  • Einleitung und Durchführung von Innovationsprozessen, v.a. in Bezug auf die Digitalisierung
  • Überprüfung des Produktportfolios im Hinblick auf Märkte, Positionierung, Kundenbedürfnisse und Rentabilität
  • Beratung bei Launch- und Relaunch-Projekten (z.B. bei Zeitschriften und Websites)
  • Verbesserung der Kundenkommunikation und des Customer Relationship Managements
  • Erneuerung der technischen Infrastruktur wie z.B. Content Management und ERP
Wir bieten Ihnen ein unverbindliches und informatives Erstgespräch, bei dem wir gemeinsam ausloten, ob und was wir für Sie tun können. Wir informieren Sie dabei über:
  • unseren Beratungsansatz
  • unsere Erfahrungen und Referenzen
  • den Ablauf eines Beratungsprozesses
  • und den Honorarrahmen, so weit dies in einem Erstgespräch möglich und sinnvoll erscheint.
In jedem Fall wissen Sie nachher, ob, wie und was wir für Sie tun können; bei Interesse erstellen wir Ihnen im Nachgang ein konkretes Angebot. Das Treffen kann bei Ihnen am Stand oder bei uns stattfinden (4.2 P 449 - wir verfügen über eine Kabine für eine ungestörte Gesprächsatmosphäre).

Wir empfehlen eine Terminvereinbarung (E-Mail, 040/3986620) und freuen uns auf Sie.

Donnerstag, 23. September 2010

Personalentwicklung in Verlagen: "Chefs leiden an Kapierstau"

Jüngst hatte ich in einem Buchreport-Bolgbeitrag mich zu den Defiziten in der Personalentwicklung in der Verlagsbranche geäußert. Fazit meiner kritischen Analyse: "Verlage sollten diesen zunehmenden Personalengpass ernst nehmen und sich fragen, wie sie attraktiv für jene Bewerber werden können, die sie für ihre Zukunftssicherung benötigen". Meine Meinung ist auf Zustimmung gestoßen, wie an den Kommentaren abzulesen.

Ich hatte mit meinem Kommentar vorwiegend auf die Buch- und Fachverlage gezielt. Jetzt lese ich in Horizont (nur Printausgabe, 34/2010, S. 16), dass das Defizit in der Personalentwicklung bei allen "Medienhäusern und Agenturen" herrsche. Diese Meinung äußert, kompetent und pointiert, Michael Geffken, jahrelang beim VDZ in der Weiterbildung tätig und jetzt Geschäftsführer der Leipzig School of Media.

Geffkens Fazit: "Es mangelt nicht an geeigneten Weiterbildungsmöglichkeiten. Es mangelt an der Bereitschaft der Führungsetagen von Agenturen und Medienhäusern, die Themen Weiterbildung und Personalentwicklung zu zentralen Aufgaben ihres Change Management zu machen. Sie kapieren nicht, dass ihre Branchen in einem epochalen Umbruch stecken. Und sie kapieren nicht, dass (...) es zunehmend an qualifizierten Bewerbern mangeln wird. In den Sonntagsreden wird gern schon mal der 'War of Talents' ausgerufen; doch Agentur- und Medienmanager haben noch immer nicht begriffen, dass in Zeiten wie diesen ihre Firmen weit mehr von ihren besten Mitarbeitern abhängen als die guten Mitarbeiter von den Firmen."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mittwoch, 22. September 2010

Von Produkten zu Zielgruppen - Verlage bauen um

Die aktuellen Entwicklungen bei Langenscheidt veranlassen mich zu einer Analyse grundsätzlicherer Art.

Bücher, Zeitschriften, Internetportale, Fortbildungsangebote, Shoppingangebote, Kundenservices - die Angebotspalette von Verlagen wird immer größer. Doch wie lässt sich die Vielfalt organisieren? Am besten, sagen Berater schon lange, zielgruppenorientiert - also nach Kundengruppen. Doch was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis schwierig. "Es gibt einfach", erklärte mir unlängst ein Verleger, "einfach kaum Synergien zwischen Büchern und Zeitschriften".

Da hat er Recht - einerseits: Jedes Medienprodukt ist ein eigenes Geschäftsmodell (da folge ich der Definition von Prof. Wirtz, erläutert in einem meiner Vorträge). Verlage haben sich deshalb aus gutem Grund entlang von Geschäftsmodellen organisiert: Zeitschriftenverlag, Zeitschriftenverlag, Buchverlag.

Gerade das Geschäftsmodell Buchverlag macht die Sinnfälligkeit des traditionellen (und die Wandlungsnotwendigkeit zu einer neuen) Arbeitsweise deutlich: Solange Leser Bücher in der Buchhandlung kaufen, also alle Zielgruppen mit einem Marketing- und Vertriebskonzept erreicht werden können - solange ist das Modell Buchverlag auch sinnvoll.

Andererseits: Das Aufbrechen dieses Szenarios hat längst bekommen. Neben Bücher treten Audioangebote, Videoprodukte, bei Kinderbuchverlagern auch Merchandisingprodukte, ganze Markenwelten müssen plötzlich gemanagt werden. Viele Kinderbuchverlage kennen das Problem: Sie müssen einen "Character" als Marke führen, der quer zu den bestehenden Lektoratsbereichen liegt.

Die "Fach"verlage haben wohl als erste erkannt, dass eine monomediale Ausrichtung eine Beschränkung darstellt - und als erste begonnen, nicht mehr in Produkten zu denken, sondern in Kunden (wobei auch hier viele noch lange nicht bei einer integrierten Kundensicht angekommen, sondern beim "Abonnenten", "Versandbuchkunden" oder "Seminarteilnehmer" steckengeblieben sind). Aber die Marschrichtung ist klar: "Kunde - Bedürfnisse - Medienprodukte und Services" lautet die Entwicklungsleitlinie. Was auch immer der Kunde wünscht - er bekommt es.

Radikaler Umbau als Folge

Was sich in der Theorie so plausibel anhört, stellt sich in der Praxis als ein Change-Prozess erster Ordnung dar. Neulich habe ich mit einem Kunden dieses Szenario zu abendlicher Stunde durchdacht. Als klar wurde, welche massiven Konsequenzen aus einer zielgruppenorientierten Organisation folgen, verflog zwar nicht seine grundsätzliche Begeisterung, aber die Brisanz des Themas wurde sehr klar. Das Resultat des Gesprächs wird ein erster Schritt sein: "Das werden wir zunächst nur in einem Bereich umsetzen, wir können jetzt nicht den ganzen Verlag umbauen."

Wenn ich den den aktuellen Umbau der Langenscheidt-Gruppe richtig interpretiere, ist auch hier (neben den ökonomischen Ursachen) die Zielgruppenorientierung der Motor das Wandels. Verleger Andreas Langenscheidt erklärt im Börsenblatt-Interview: "Bisher waren wir ein stark redaktionsgetriebener Verlag, künftig wollen wir vertriebsorientierter handeln. Dafür braucht man eine neue, wendigere Struktur. Außerdem sind die auf die vier Business Units verteilten Geschäftsbereiche sehr unterschiedlich. Kinderbuch und Entertainment funktionieren nun mal ganz anders als etwa Wörterbuch. Die neuen Geschäftseinheiten sind Profitcenter, deren Leiter eine eigene wirtschaftliche Verantwortung tragen."

Redaktionsgetrieben versus vertriebsgetrieben - übersetzt heisst das: Von der Produkt- zur Kundenorientierung. Auch Langenscheidt ist erst auf dem Weg, denn die neuen "Business Units" sind teilweise noch von Themen und weniger von den Kunden her definiert. Doch schon dieser Umbau hat massive Auswirkungen auf die gesamte Organisation: Zentralbereiche verlieren ihre Berechtigung, wenn jede Unit ihre Kunden auf eigenen und anderen Wegen erreicht. Aus einem Großverlag wird so eine Gruppe von Spezialverlagen. Die Quizfrage lautet: Welche Zentralbereiche oder Kompetenzcenter braucht eine solche Struktur? Macht ein zentraler Einkauf Sinn, eine zentrale Internetunit? Andreas Langenscheidt: "Wenn Sie einen Verlag völlig umkrempeln, müssen Sie auch die Frage nach den Führungskräften stellen."

Langenscheidt vollzieht die Fachverlagsentwicklung nach: Für jeweils eine Zielgruppe werden unterschiedliche Geschäftsmodelle gemanagt. Form follows function: Nicht mehr Buch und Internet, sondern "Sprachenlerner" oder "Reiseinteressierte" bestimmen die strategische Ausrichtung und damit die Organisationsform.

Der Umbau in den Verlagen hat begonnen. Dieser Veränderungprozess braucht ein gutes Change Management (siehe mein Vortrag dazu), denn wie auch immer die grundlegende Geschäftsstrategie lautet - ohne Mitarbeiter wird es auch in Zukunft nicht gehen. Verlagsgeschäft bleibt "people business".