Dienstag, 9. März 2010

Welche Rolle sollten Verlage zukünftig spielen? Tim O'Reilly weiß es...

Auf der TOC Konferenz hat sich Verlegr Tim O'Reilly mit der Zukunft von Verlagen beschäftigt. Und gibt dazu zwei sehr plausible Antworten. Wenn es um das Thema Zukunftsstrategie geht, empfehlen Berater und andere Zuunftsgurus immer eine noch bessere Erfüllung von Kundenbedürfnissen. Sie haben damit auch Recht, denn viele Verlage haben ihr erstaunliche Defizite - vor allem jene, die immer über den Handel vertrieben haben.

Doch bei dieser kundenfixierten Denkweise gerät ein Part in der Wertschöpfungskette zu leicht aus dem Blick - und das sind die Autoren! Das Future Lab, das ich jüngst während der APE-Konferenz geleitet habe, ist ja auch schon zum Ergebnis gekommen, dass wissenschaftliche Verlage sich zu Dienstleistern für Autoren entwickeln (und dabei natürlich auch den Lesermarkt im Auge behalten müssen).

O'Reilly verallgemeinert diese Aussage nun und stellt fest: " Your job as a publisher is to do things for authors that they can’t do for themselves:
  • Things that require special expertise
  • Things that require scale
  • Things that are expensive
  • Things that require marketplace leverage
  • Things that are boring and time-consuming"
Autoren haben, das ist eine banale, aber in Deutschland (auch wegen der "bösen Zuschussverlage") kaum geführte Diskussion, immer mehr Möglichkeiten, direkt und ohne Verlag zu publizieren (siehe meine Beiträge zum Thema Self Publishing und Autorenbedürfnisse). Wenn Amazon und Google sich zu weltweit agierenden Direktvertriebskanälen wandeln, wird diese Frage noch dringender. Für Autoren, das hat O'Reilly schon 2002 festgestellt, ist Unbekanntheit wesentlich negativer als Piraterie. Deshalb stellt er lapidar fest: "Your mission, should you choose to accept it, is to get more visibility and sales for authors than they can get on their own. "

Dienstleistungen für die Community

In Richtung Leser hebt O'Reilly ebenfalls den Dienstleistungscharakter hervor: "The secret of social media is that it's not about you, your product, or your story. It's about how you can add value to the communities that happen to include you. If you want to make a positive impact, forget about what you can get out of social media, and start thinking about what you can contribute. Not surprisingly, the more value you create for your community, the more value they will create for you."

Der Verlag als Mitglied einer Community, der sich aktiv einbringt und Mehrwerte schafft - in der Tat eine moderne Interpretation, die sich mit meinem Modell vom Verlag 3.0 deckt.

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