Donnerstag, 18. Februar 2010

iPhone-Apps: Hoffnungsträger oder Sackgasse für Verlage?

Natürlich, die Verlage hadern mit Apple, ebenso wie die Musikindistrie, weil Apple mit den iPods und iPhones und den dazugehörigen Downloadplattformen ein geschlossenes System geschaffen hat (Buchmarkt: "Verlage hadern mit Apple"). Aber trotzdem ist für die viele Verlage Apple einer der Hoffnungsträger, weil hier ein Vertriebsweg für digitale Produkte erschlossen wird, den die Verlage von sich aus nicht geschaffen haben (siehe Buchreport-Meldung: "Bücher auf dem Weg an die App-Store-Spitze. Steilvorlage fürs iPad").

Doch kaum verstehen die Verlage das AppStore-Geschäft, da gibt es auch schon die ersten Warnrufe. Einen sehr grundsätzlichen, ausführlichen und qualifizierten hat der VC-Spezialist Mark Suster in seinem Blog losgelassen. Suster wendet sich im Kern gegen das geschlossene System, das Apple geschaffen hat, und das er für ein veraltetes Konzept hält:

"I know that there is a period of time where apps need to reign. But I for one am betting that the future is “the mobile web” not the “the mobile app.” There will always be some apps that have reasons to be native on devices but I am betting that serious innovation will happen on mobile browsers and that the future will so most apps folded into the cloud. We’ve already seen it once in the PC era. It’s the best thing for our health. We can build for one primary browser (like we do for Firefox on the desktop today) and then figure out how to get the rest working with whatever Microsoft builds."

Suster warnt davor, Apple als ein Geschäftsmodell anzusehen - es sei nur ein Vertriebskanal: "I see too many companies that are building iPhone App companies. iPhone is not a business model unless you’re Apple. It’s a channel. It’s a way to reach your customers. And single channel businesses are vulnerable to the vagrancies of the market place. If you’re a “pure mobile” company that’s fine. There is a strategy for that. But you need to think in terms of broader distribution."

Susters Einschätzung ist prinzipiell richtig (was ist ein Produkt gegen ein Web...) - und wieder nicht. Apps haben einen Vorteil - nicht nur für Verlage, sondern auch für die Kunden: Sie besitzen alle Eigenschaften eines Produktes (Nutzenversprechen, Preis, Kaufbarkeit, Abgegrenztheit, Marke) und vermitteln den Käufern ein entsprechendes Kauferlebnis (habe ich schon bei vielen stolzen iPhone-Besitzern gesehen: "Schau mal meine neue App"). Eben dieses Produkterlebnis fehlt vielen Nutzern (im B2C-Bereich!) bei Verlagsangeboten im Internet, das als ein endloser Hypertextraum mit Alternativen und Suchmaschine erlebt wird.

Kurz gesagt: Produkte sind verkaufbar, die weiten des Web nicht. Solange auch die Kunden das schätzen, bietet Apple eine große Chance. Und, das sollte nicht vergessen, zukünftig nicht nur Apple: Android, als offenes Bertriebssystem, wächst rasant und wird sicher bald eine größere Basis als das iPhone bieten, und auch Nokia wird seinen OVI-Store weiter befeuern, ein neues Betriebssysetem mit Intel wird schon entwickelt, auch Microsoft läuft sich warm (IT-Biusiness: "Nokia, Intel und Microsoft mit viel Zündstoff im Gepäck")...

Viele Wege, ein Ziel: Kundenorientierte Produkte zu vermarkten, die durch ihren Produktcharacter gegen oder besser mit Internet bestehen können.

1 Kommentar:

Nicole hat gesagt…

Eine ausführliche Auflistung diverser Pro- und Kontra-App-Store Argumente.

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