Dienstag, 16. Februar 2010

Hörbuch: Auch hier keine Kannibalisierung, sondern Marktausweitung

Jüngst hatte ich mich hier mit dem Thema Kannibalisierung befasst, das ja in der Verlagsbranche (und vor allem in den Köpfen älterer Verlagsmanager) so große Ängste ausgelöst hat (und immer noch auslöst). Meine These: In der Mehrzahl der Fälle führt eine Vermarktung von Medienprodukten über verschiedenen Kanäle zu einer Marktausweitung, nicht zu einer Kannibalisierung.

Diese These wird jetzt auch aus dem Hörbuchmarkt bestätigt. Nils Rautenberg, neuer GF von vom Marktführer Audible.de (gehört zu Amazon), antwortet im Börsenblatt Spezial Hörbuch auf die Frage nach Kannibalisierung durch Downloads: "Nein, weil unsere Kunden keine typischen Hörbuchkäufer sind. Die meisten haben vorher noch nie eine Audiobook-CD erworben - das Download-Geschäft führt dem Hörbuchmarkt völlig neue Kundenkreise zu."

In einem aktuellen Beratungsprojekt ist mir wieder eine der zentralen Ursachen für die Kannibalisierungsangst bei (Buch)Verlagen aufgegangen: Die meisten Verlagsmanager denken immer noch in (Print)Produkten, und nicht in Kundengruppen und -nutzen. Sie kennen zudem die Käufer ihrer Printprodukte kaum (z.B. Altersstruktur, Mediengewohnheiten etc.). Die Folge: Sie wissen nicht, dass sie mit ihren bestehenden Produkten bestimmte Käufergruppen oder bestimmte Kaufbedürfnisse gar nicht adressieren. Wüssten sie es - würden sie alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre Produkte auf allen Wegen zu allen Kunden zu bringen...

1 Kommentar:

anna05 hat gesagt…

Nice post. Thank you for post.
-annasmith
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