- Das Forum Verlagsherstellung bietet, wie schon gewohnt, drei Tage volles Programm. Motto in diesem Jahr: "Print plus pusht Verlag". Gleich die Auftaktveranstaltung am 14.10.2009 um 10.00 Uhr verspricht spannend zu werden: Herstellungsleiter führender Fachverlage diskutieren ein Trendthema: "Vom Verlag zum Multichannel Publisher".
- Der Börsenverein veranstaltet wieder sein Forum Zukunft mit einem sehr gemischten Programm. Interessant sind die täglichen Führungen "Pfadfinder – Das Forum Zukunft führt zu den Schauplätzen der Digitalisierung". Am 15.10.2009 um 16.00 Uhr diskutiert eine sehr prominent besetzte Runde (u.a. Google, Hewlett-Packard, Hüthig Jehle Rehm) über das Thema "Neuer Profit durch Content? Modelle für Urheber und Verlage". Thema wird u.a. der Trend zum Selfpublishing sein, den ich hier ja schon in zwei Beiträgen diskutiert hatte - aus Autorensicht und aus Verlagssicht.
- Im Zentrum Fachmedien, das zum ersten Mal veranstaltet wird, stellen am 15.10.2009 ab ca. 14.30 die Beraterkollegen Dr. Martina Steinröder und Bernd Pitz ihre neue Studie "Herausforderungen für Fachverlage 2010/2013" - kluge Köpfe, spannendes Thema!
- Ganz neu ist der weiss'raum in Halle 4.0. An fünf Tagen werden sich dort Dienstleister mit ihren innovativen Losungkonzepten präsentieren. Sehr spannend ist gleich das Motto am 14.10.2009: "Online first".
- Das Forum Innovation präsentiert zum siebten Mal an drei Tagen innovative Lösungen und Konzepte für Verlage. Aus der Fülle der Vorträge möchte ich zwei hervorheben: das chineische Selfpublishing-Erfolgsmodell Shanda wird am 14.10.2009 um 12.15 Uhr ausführlich vorgestellt. Ebenfalls am 14.10.2009 veranstaltet die Akademie des Deutschen Buchhandels eine Podiumsdiskussion zum Trendthema "iPhone, E-Book, Blackberry – Mobile Publishing für Verlage" - in prominent besetzter Runde.
- Auf meine Vorträge und Moderationen hatte ich hier ja schon hingeweisen und will das deshalb nicht wiederholen ;-.
In diesem Blog kommentiere ich aktuelle Entwicklungen in der Verlags- und Medienbranche - vor allem im Hinblick auf die Digitalisierung und den Wandel der Mediennutzung.
Freitag, 9. Oktober 2009
Auf nach Frankfurt, die zweite: Veranstaltungstipps
Nur noch weniger Tage bis zum Großevent, die Vorfreude steigt, die Terminkalender füllen sich... Aber vielleicht haben Sie ja noch ein Eckchen frei? Es gibt wieder eine Reihe von Veranstaltungen, deren Besuch sich lohnt. Ich möchte im Folgenden eine kleine und subjektive Auswahl geben:
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Auf nach Frankfurt! Zur Buchmesse? Oder zur Medienmesse?
Die Ösis sind uns voraus - Sie haben schon eine Medienmesse. Zwar sehr klein (120 Aussteller) und mit einem Werbefokus ("Fachmesse für Marketing, Werbung, Medien und Kommunikation"), aber mit dem richtigen Titel - Medienmesse eben.
Wir in Deutschland hingegen gliedern unseren Medienmarkt weiterhin hübsch nach Medien: Zeitschriftentage, Onlineevents - und eben die Buchmesse. Jürgen Boos, der Messedirekter, stellt fest: "Diese Messe wird die experimentierfreudigste, die es je gab. Die Frage, wie wir mit digitalen Inhalten Geld verdienen können, treibt alle um“. Jetzt sei die Zeit reif für neue Ideen und Geschäftsmodelle – ob off- oder online, mobil oder stationär.
Genau: So sieht eine Medienmesse aus.
Aber was erwartet uns in Frankfurt? Wird dort das Thema der mehrmedialen Medienprodukte tatsächlich fokussiert? Immerhin, es gibt eine Reihe von Fenstern in die digitale Gegenwart und Zukunft, das Forum Innovation zum Beispiel, oder das Forum Zukunft des Börsenvereins, oder den ganz neuen weiss:raum, oder die jungen Blogger, und natürlich die interessante TOC Konferenz am Messevortag.
Das sind alles wunderbare Angebote, jedoch mehr für Spezialisten. Wir erinnern uns an die Buchmesse 2008: Das Hypethema E-Book kam quasi über Nacht, nur wenige waren darauf vorbereitet, E-Books mussten auf der Messe gesucht werden. In Halle 4.2, wo auch wir unseren Stand hatten (und wieder haben), gab es nur ganz wenige Dienstleister, die eine E-Book-Anwendung zeigen konnten - das waren die Könige, es bildeten sich Schlangen.
Das Thema E-Book hat vielleicht den Hypecharakter verloren, aber durch die Amazon-Kindle-Ankündigung für den 19. Oktober 2009 wieder an Aufmerksamt gewonnen.
Wie wird es dieses Jahr sein? Welchen Eindruck werden wir haben, wenn wir die Hallen 3, 5 oder 6 betreten? Genau, es wird wieder eine klare Buchmesse sein.
Macht es Sinn, werden jetzt erfahrene Messebesucher fragen, dem Thema E-Publishing einen eignen Fokus zu geben? Wir erinnern uns: Es gab da Mal eine eigene Halle nur für die E-Produkte. Erst ein Erfolg, dann ein Flop, weil die Verlage ihre E-Aktivitäten wieder in ihre Hauptstände integriert haben. Das war eine vollkommen logische und richtige Entwicklung. Verlage sind mehrmedial und sollten das auch ihren Kunden zeigen. Diese Uhr kann nicht mehr zurückgedreht werden.
Und dennoch: Was bei den Verlagen passiert (am deutlichsten bei den Fachverlagen, jetzt aber auch sehr klar bei den Special Interest- und Publikumsverlagen), sollte von der Buchmesse noch viel stärker thematisiert und auch gezeigt werden. (Buch)Verlage sind moderne Medienunternehmen, die ein vielfältiges Produktangebot haben und dieses immer stärker mehrmedial vermarkten. Bücher und Zeitschriften sind, mehrmedial interpretiert, moderne, innovative, kunden- und zukunftsorientierte Medien. Nicht Kannibalisierung oder Substitution regieren, sondern Kongruenz.
Verlage erfüllen zudem gesellschaftlich eine sehr wichtige Funktion, für die Kunst, für die Unterhaltung, für den Diskurs, für die Bildung - für die Menschen. Die Buchmesse ist längst eine Themenmesse, in der sich wie in einem Brennglas alle gesellschaftlichen Entwicklungen spiegeln.
Die Buchmesse bleibt im Kern eine Buchmesse, aber sie wandelt sich zur Medienmesse. Die Marke "Buchmesse" sollte bleiben, aber die längst sichtbaren Entwicklungen sollten noch viel stärker sichtbar thematisiert werden. Und dabei geht es nicht nur um Technik, auch wenn diese Faszination ausübt und schön anfasbar ist. Es geht um die Zukunft der Medien, der Verlage, um die Rolle von Autoren und Redakteuren, von schreibenden Laien, von Communitys... um ganz große und aktuelle Themen also.
Sehen wir uns in Frankfurt? Zur Buch-, Medien-, Themen- und Communitymesse? Würde mich freuen (4.2 B 402-406).
Wir in Deutschland hingegen gliedern unseren Medienmarkt weiterhin hübsch nach Medien: Zeitschriftentage, Onlineevents - und eben die Buchmesse. Jürgen Boos, der Messedirekter, stellt fest: "Diese Messe wird die experimentierfreudigste, die es je gab. Die Frage, wie wir mit digitalen Inhalten Geld verdienen können, treibt alle um“. Jetzt sei die Zeit reif für neue Ideen und Geschäftsmodelle – ob off- oder online, mobil oder stationär.
Genau: So sieht eine Medienmesse aus.
Aber was erwartet uns in Frankfurt? Wird dort das Thema der mehrmedialen Medienprodukte tatsächlich fokussiert? Immerhin, es gibt eine Reihe von Fenstern in die digitale Gegenwart und Zukunft, das Forum Innovation zum Beispiel, oder das Forum Zukunft des Börsenvereins, oder den ganz neuen weiss:raum, oder die jungen Blogger, und natürlich die interessante TOC Konferenz am Messevortag.
Das sind alles wunderbare Angebote, jedoch mehr für Spezialisten. Wir erinnern uns an die Buchmesse 2008: Das Hypethema E-Book kam quasi über Nacht, nur wenige waren darauf vorbereitet, E-Books mussten auf der Messe gesucht werden. In Halle 4.2, wo auch wir unseren Stand hatten (und wieder haben), gab es nur ganz wenige Dienstleister, die eine E-Book-Anwendung zeigen konnten - das waren die Könige, es bildeten sich Schlangen.
Das Thema E-Book hat vielleicht den Hypecharakter verloren, aber durch die Amazon-Kindle-Ankündigung für den 19. Oktober 2009 wieder an Aufmerksamt gewonnen.
Wie wird es dieses Jahr sein? Welchen Eindruck werden wir haben, wenn wir die Hallen 3, 5 oder 6 betreten? Genau, es wird wieder eine klare Buchmesse sein.
Macht es Sinn, werden jetzt erfahrene Messebesucher fragen, dem Thema E-Publishing einen eignen Fokus zu geben? Wir erinnern uns: Es gab da Mal eine eigene Halle nur für die E-Produkte. Erst ein Erfolg, dann ein Flop, weil die Verlage ihre E-Aktivitäten wieder in ihre Hauptstände integriert haben. Das war eine vollkommen logische und richtige Entwicklung. Verlage sind mehrmedial und sollten das auch ihren Kunden zeigen. Diese Uhr kann nicht mehr zurückgedreht werden.
Und dennoch: Was bei den Verlagen passiert (am deutlichsten bei den Fachverlagen, jetzt aber auch sehr klar bei den Special Interest- und Publikumsverlagen), sollte von der Buchmesse noch viel stärker thematisiert und auch gezeigt werden. (Buch)Verlage sind moderne Medienunternehmen, die ein vielfältiges Produktangebot haben und dieses immer stärker mehrmedial vermarkten. Bücher und Zeitschriften sind, mehrmedial interpretiert, moderne, innovative, kunden- und zukunftsorientierte Medien. Nicht Kannibalisierung oder Substitution regieren, sondern Kongruenz.
Verlage erfüllen zudem gesellschaftlich eine sehr wichtige Funktion, für die Kunst, für die Unterhaltung, für den Diskurs, für die Bildung - für die Menschen. Die Buchmesse ist längst eine Themenmesse, in der sich wie in einem Brennglas alle gesellschaftlichen Entwicklungen spiegeln.
Die Buchmesse bleibt im Kern eine Buchmesse, aber sie wandelt sich zur Medienmesse. Die Marke "Buchmesse" sollte bleiben, aber die längst sichtbaren Entwicklungen sollten noch viel stärker sichtbar thematisiert werden. Und dabei geht es nicht nur um Technik, auch wenn diese Faszination ausübt und schön anfasbar ist. Es geht um die Zukunft der Medien, der Verlage, um die Rolle von Autoren und Redakteuren, von schreibenden Laien, von Communitys... um ganz große und aktuelle Themen also.
Sehen wir uns in Frankfurt? Zur Buch-, Medien-, Themen- und Communitymesse? Würde mich freuen (4.2 B 402-406).
Montag, 5. Oktober 2009
Neue Studie zu crossmedialen Redaktionssystemen
Das Thema crossmedialer Redaktionssysteme ist ein altes Steckenpferd von mir. Seit 2002 veranstalten wir das CrossMediaForum, in dem Lösungsanbieter und Anwender über Trends und Konzepte diskutieren. Da dieser Markt sehr unübersichtlich ist, habe ich seit Jahren von einer Studie geträumt, die für Transparenz sorgt.
Die Unübersichtlichkeit resultiert vor allem daraus, dass etliche Anbieter unter dem Label "Crossmedia" (zu) viel versprechen. Ebenso erhoffen viele Anwender, auch Verlage, (zu) viel von einem Redaktionssystem und/oder gestalten ihren Auswahlprozess nicht systematisch und professionell genug.
Ich freute mich deshalb, dass im Zuge unserer Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Anwendungssysteme und E-Business der Georg-August-Universität Göttingen Frau Priv.Doz. Dr. Svenja Hagenhoff zwei Studenten begeistern konnte, eine solche Studie in Angriff zu nehmen. Ergebnis der Pionierarbeit von Sabrina Saturna und Stefan Krüger ist eine erste "Marktstudie zu Crossmedialen Redaktionssystemen", die den Markt jener Content Management Systeme, mit denen sowohl Print- als auch Onlinepublikationen gemanagt werden können, analysiert.
Die Studie beschreibt im ersten Teil Funktionsweise und zentrale Komponenten von Crossmedialen Redaktionssystemen. Im zweiten Teil wird auf Basis eines umfangreichen Kriterienkataloges der Funktionsumfang von zwölf führenden Systemen tabellarisch abgebildet. Die Studie kann so auch als Grundlage für die Bedarfsanalyse von Anwendern wie z.B. Verlagen dienen und schafft damit Transparenz in einem eher unübersichtlichen Markt.
Die Studie wird unter der Creative Commons Lizenz 3.0 veröffentlicht und kann kostenlos unter studien@hspartner.de bestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website.
Die Unübersichtlichkeit resultiert vor allem daraus, dass etliche Anbieter unter dem Label "Crossmedia" (zu) viel versprechen. Ebenso erhoffen viele Anwender, auch Verlage, (zu) viel von einem Redaktionssystem und/oder gestalten ihren Auswahlprozess nicht systematisch und professionell genug.
Ich freute mich deshalb, dass im Zuge unserer Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Anwendungssysteme und E-Business der Georg-August-Universität Göttingen Frau Priv.Doz. Dr. Svenja Hagenhoff zwei Studenten begeistern konnte, eine solche Studie in Angriff zu nehmen. Ergebnis der Pionierarbeit von Sabrina Saturna und Stefan Krüger ist eine erste "Marktstudie zu Crossmedialen Redaktionssystemen", die den Markt jener Content Management Systeme, mit denen sowohl Print- als auch Onlinepublikationen gemanagt werden können, analysiert.
Die Studie beschreibt im ersten Teil Funktionsweise und zentrale Komponenten von Crossmedialen Redaktionssystemen. Im zweiten Teil wird auf Basis eines umfangreichen Kriterienkataloges der Funktionsumfang von zwölf führenden Systemen tabellarisch abgebildet. Die Studie kann so auch als Grundlage für die Bedarfsanalyse von Anwendern wie z.B. Verlagen dienen und schafft damit Transparenz in einem eher unübersichtlichen Markt.
Die Studie wird unter der Creative Commons Lizenz 3.0 veröffentlicht und kann kostenlos unter studien@hspartner.de bestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website.
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