Freitag, 2. Oktober 2009

Neues Rechtsportal: Boorberg zeigt Potential von Web-to-Print

In meinem jüngsten Blogbeitrag hatte ich mich ausführlich mit Web-to-Print-Konzepten befasst. Jetzt lese ich in einer aktuellen Pressemeldung des Softwaredienstleisteres nbsp, dass der juristische Fachverlag Richard Boorberg mit Gesetzbuch 24 eine lupenreine Web-to-Print-Anwendung gelauncht hat.

Das Portal bietet den Usern die Möglichkeit, sich aus über 8000 Rechtsvorschriften ein individuelles Rechtswerk zusammenstellen, das dann innerhalb von 24 Stunden gedruckt und geliefert wird. Nbsp beschreibt, wie der Nutzer in nur fünf Schritten zum personalisierten Produkt gelangt: "Der Nutzer kann sich während des Bestellvorgangs entscheiden, ob er die Vorschriften gebunden oder als Austauschwerk im Sammelordner erwerben will. Dabei können die Gesetze und Vorschriften frei auf mehrere Bücher verteilt werden, das System schlägt hier die optimale Verteilung vor. Nach Personalisierung der eigenen Vorschriften mit Titel, Untertitel, aktueller Stand sowie dem eigenen Namen erfolgt die Bezahlung einfach und schnell per Kreditkarte, Bankeinzug oder Rechnung."

Web-to-Print also in Reinkultur, inklusive Personalisierung. Zudem gibt es eine digitale Komponente, denn der User kann sich per Mail über aktuelle Änderungen informieren lassen. Diese Funktion weist auch in die Richtung, in die dieses Projekt weiterentwickelt werden sollte - nämlich vom Web-to-Print- zum Web-to-Product-Ansatz. Immer mehr junge Juristen werden auch mobil auf Vorschriften zugreifen wollen. Deshalb macht es Sinn, diese Inhalte nicht nur gedruckt, sondern auch digital auszuliefern, in allen denkbaren Formaten für alle sinnvollen Plattformen. Und dort könnten Aktualisierungen direkt erfolgen, einfach durch das Downloaden einer neuen Version.

Ich bin gespannt, wie die Kundenresonanz auf dieses Angebot sein wird. Denn erstens wird sich zeigen, ob die (auch von mir immer wieder vertretene) These, dass Kunden personalisierte Produkte wollen, mehr ist als - eine These. Und zweitens werden wir sehen, ob das Printprodukt, auch wenn es personalisiert ist, in diesem Fall und für diese Kundengruppen die richtige Antwort auf (neue?) Kundenbedürfnisse ist.

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