Donnerstag, 20. August 2009

Social Media als Chance für Verlage

Immer mehr klassische Medienhäuser integrieren Lesern in ihre Medienkonzepte und versuchen so eine Antwort zu finden auf das "Social Media"-Phänomen. Die Konzepte werden immer ausgereifter - das zeigt auch das 5. Social Media Forum, das sich am 15. September 2009 in Hamburg mit dem Thema "Monetarisierungs- und Integrationskonzepte von Social Media Projekten" beschäftigen wird. Referenten aus Verlagen stellen ihre Projekte und Erfahrungen vor - einige haben schon vorab in Interviews interessante Statements zu ihren Vorträgen gegeben:
  • Beate Muschler, beim Ratgeberverlag Gräfe und Unzer u.a. zuständig für das Kochportal küchengötter, nennt die Gründe für das Investment in ein kostenloses Portal: "Das veränderte Mediennutzungsverhalten unserer Kunden hat ja dazu geführt, dass eine immer größer werdende Zahl an Interessenten zunächst im Internet nach einem Thema recherchiert. Durch eine entsprechende Sichtbarkeit zu diesen Themen im Internet holt der Verlag die Kunden direkt dort im Gravitationszentrum der Nachfrage ab und bindet sie durch ein qualitativ hochwertiges Angebot wie küchengötter an seine Marke. Damit erreichen wir eine große Gruppe potentiell Themeninteressierter, was z.B. bei unserem Kochportal küchengötter.de dazu führt, dass wir einen höheren Anteil an männlichen Usern haben als bei unserem Kochbuchprogramm".
  • Peter Schink, Senior Manager Produktentwicklung/ Produktmanagement von Welt Online, beschreibt seine Erfahrungen bei der Integration in Social Networks: "Wir versuchen zum einen, unser klassisches Nachrichtengeschäft in die Social Networks zu tragen - also tatsächlich Nachrichten dort abzubilden. Zweitens wird in Social Networks kommuniziert. Wir werden versuchen, über unsere Tools mit den Menschen ins Gespräch zu kommen - aber natürlich auch die Gespräche von den Social Networks wiederum auf unserer eigenen Website abzubilden. Darüber hinaus wissen wir natürlich, dass Verlage mit Nachrichtentools kaum 'Killerapplikationen' bauen werden - deshalb gehen wir noch über die reine Integration von Nachrichten hinaus und vermitteln Informationen spielerisch."
  • Anne-Katrin Schneider präsentiert das Medien-Community-Konzept des Zeitungsverlags Waiblingen, bei dem unter dem Namen “nicht jugendfrei” vor allem junge Leser angesprochen werden: "Es konnten neue Zielgruppen gewonnen werden. Mittlerweile haben sich weit über 6000 Nutzer angemeldet, die nicht-jugendfrei-online.de durchschnittlich vier Mal im Monat besuchen. Insbesondere durch unser Angebot der Partyfotografen und Kinoreporter können wir bislang zeitungsferne Jugendliche ansprechen. Findet beispielsweise im Rems-Murr-Kreis ein gut besuchtes Jugendevent statt, sind auch unsere Partyfotografen vor Ort. Um sich die Bilder anzuschauen, melden sich vermehrt neue User in der Community an. Diese nutzen am intensivsten die Bildergalerien, lesen und kommentieren zu einem hohen Prozentteil aber auch die jeweils aktuellen Zeitungsartikel. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, dass die Inhalte diese Zielgruppe ansprechen. So nutzen und stärken wir viele Querverbindungen: Viele aktive Partyfotografen und Nutzer der Fotogalerien kommen irgendwann zu unserem monatlichen Jugendstammtisch, nehmen an unseren 'nicht-jugendfrei'- Veranstaltungen teil und wollen für unsere Jugendseite oder die Website schreiben."
Die ersten Erfahrungen der Verlage klingen vielversprechend, auch wenn die Monetarisierung dieser Projekt noch sehr bescheiden ist. Diese Projekte dienen auch nicht in erster Linie zum schnellen Aufbau von umsatzstarken Geschäftsfeldern, sondern haben zum einen Pilotcharakter, zum anderen verknüpfen sie klassischen (Print)Marken mit der digitalen Welt und erschließen neue (vor allem junge) Zielgruppen.

1 Kommentar:

patricia hat gesagt…

I recently came accross your blog and have been reading along. I thought I would leave my first comment. I dont know what to say except that I have enjoyed reading. Nice blog. I will keep visiting this blog very often.


Patricia

http://dataentryjob-s.com