Donnerstag, 6. August 2009

Schon wieder Paid Content...

Ich weiß, eines meiner Lieblingsthemen. Aber dass ich diesen Tag noch erleben darf: "Springer-Chef Döpfner hofft auf Paid Content" titelt das Fachmagazin Horizont - ausgerechnet Springer also, dessen Manager noch vor kurzem das Thema Bezahlinhalte für den Irrweg schlechthin gehalten haben (und mit ihren Angeboten auf Reichweite, Reichweite, Reichweite setzen...).

Matthias Döpfner sagt laut Horizont auch, in welchem Bereich die User zahlen sollen / werden: "Mobile Endgeräte bieten völlig neue Chancen. Hier sind die Nutzer gewohnt, zu bezahlen. Micro-Payment und Abomodelle bieten eine große Chance die Kostenlos-Kultur des Internets zurückzufahren".

Gut gebrüllt, Löwe - ich aber sage: Hic Rhodos, hic salta! Die Publikumsverlage sind es doch, die kostenlose Applikationen in den Appstore stellen (wie z.B. das Magazin Stern). Also, lieber Dr. Döpfner: Nicht ankündigen, sondern handeln! Heisst: Attraktive Konzepte entwickeln und vermarkten. Dann Sie sind auf dem richtigen Weg, wie eine Meldung der Heubach Media von heute zeigt: "100.000 iPhone Downloads in sechs Monaten." Dazu Matthias Heubach (laut Buchmarkt): "Für alle, die nachrechnen wollen: Ca. 25.000 E-Book-Apps sind zu Preisen zwischen 0,79 Euro und 24,99 Euro verkauft worden. Ca. 75.000 E-Book-Apps sind kostenlose Marketing-APPs und/oder Leseproben unserer kostenpflichtigen APPs."

Kommentare:

hemartin hat gesagt…

Da scheint noch ein langer Weg hin bis Verleger und Verlagsmanager kapieren, dass sie auf dem Rücken von News / Content Geschäft machen könnten und machen ... Auf der anderen Seite sollte man denen die Paid Content rauf und runter deklinieren dankbar sein, dass sie auf ihre Kosten – und hoffentlich nicht zu sehr auf Kosten der Mitarbeiter und Kreativen – die Konzept und Vorstellungen von Paid Content als Business Modell zu verifizieren oder eben falsifizieren.

Die Konstellationen bei Springer (oder News Corp) sind ideal, diesen Dienst für den Rest der Verlegerschaft zu übernehmen. Vielleicht gesellen sich ja noch ein paar mutige Verleger und Verlegerdynastien mit tiefen Taschen dazu um die Klärung der Frage zu beschleunigen!?

Jiří Pára hat gesagt…

Heute Morgen habe ich an Ihre Paid Content Diskussionen gedacht, als ich folgendes las: The Proactive & Positive Musician.
Im Verlagsgeschäft schlagen wir uns ja immer das Musik-Business-Menetekel um die Ohren und denken dabei immer nur an illegale vs. bezahte Downloads. In dem oben verlinkten Artikel sieht man schön, wie auch im Musikgeschäft der Servicegedanke an Raum gewinnt und der Musiker zum Dienstleister wird. Und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Pellegrino Underground eigentlich auch kostenlose Auftritte bestreitet?
Beste Grüße,
Kai Weber

Ehrhardt F. Heinold hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.