Mittwoch, 12. August 2009

Fach-, SI- und Publikumsverlage vor gleichen Herausforderungen

Früher waren die (Buch)Verlagswelten klar getrennt: Publikums- und Fachverlage hatten nicht so viele Gemeinsamkeiten. Jetzt wachsen die Welten zusammen: Die Digitalisierung und die Änderung des Mediennutzungsverhaltens betrifft alle Bereiche gleichermaßen.

Zwei aktuelle Personalmeldungen zeigen den neuen Gleichklang:
  • Der Carlsen Verlag stellt eine neue Herstellungsleiterin ein. Kirsten Matthias kommt von deGruyter und bringt auch Erfahrungen mit modernen, digitalen im Workflows kommt. Aufgabenstellung laut Börsenblatt ist, "den Herstellungsbereich für die Weiterentwicklung elektronischer Verfahrensweisen und Produktformen zu öffnen." Ein Publikumsverlag auf dem Weg in die digitale Welt, weg vom reinen Printanbieter, hin zum digitalen Zeitalter.
  • Der Beck-Verlag wiederum holt sich Marketingexpertise aus einem Publikumsverlag: "Zum 1. November wird Günter Kopietz (45) Verlagsbereichsleiter Marketing und Vertrieb des Bereichs Recht-Steuern-Wirtschaft beim Münchener Verlag C.H. Beck." (ebenfalls Börsenblatt). GU verfügt bekanntlich mit über das beste Know-how zur Führung von Marken, Beck ist eine Marke, die sich wohl als solche noch deutlicher positionieren will.
Die Themenstellungen gleichen sich also an. Ein letztes Beispiel: Publikumsverlage haben sich bisher auf Handelsmarketing konzentriert, erkennen aber schon seit einiger Zeit, wie wichtig der direkte Kontakt zum Endkunden ist. Durch das Internet wird dieser Kontakt möglich. Ein Beispiel dafür ist das Küchengötter-Portal von GU. Die zuständige GU-Managerin Betae Muschler stellt diesen Zusammenhang direkt her: "Das veränderte Mediennutzungsverhalten unserer Kunden hat ja dazu geführt, dass eine immer größer werdende Zahl an Interessenten zunächst im Internet nach einem Thema recherchiert. Durch eine entsprechende Sichtbarkeit zu diesen Themen im Internet holt der Verlag die Kunden direkt dort im Gravitationszentrum der Nachfrage ab und bindet sie durch ein qualitativ hochwertiges Angebot wie küchengötter an seine Marke. Damit erreichen wir eine große Gruppe potentiell Themeninteressierter, was z.B. bei unserem Kochportal Küchengötter.de dazu führt, dass wir einen höheren Anteil an männlichen Usern haben als bei unserem Kochbuchprogramm." (Interview mit auf dem NotizBlog des Social Media Forums).

Egal, ob Fach-, Special-Interest- oder Publikumsverlag: Die Mediennutzung der Kunden verändert sich, die Technik liefert Innovationen, alte Denk- und Geschäftsmodelle geraten ins Wanken. Der neue Erfahrungs(und Personen)austausch über die alten Marktgrenzen hinweg ist deshalb zu sehr begrüßen.

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