Donnerstag, 5. März 2009

Personalisierung: Neue Chancen für ein "altes" Konzept?

Die Personalisierung von Medienangeboten ist eine (für das Internetzeitalter) sehr alte Idee. Schon in den 90er Jahren entwarf die amerikanische Denkfabrik MIT die Vision einer Tageszeitung, deren Inhalte der Leser durch sein Profil auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann.

Das Thema wurde jedoch nicht durch Verlage vorangetrieben, sondern durch das Internet. Anfang des Jahrtausends gab es zahlreiche Unternehmen, die sich mit der Personalisierung von Internetseiten beschäftigten. Die Idee: Der User bekommt aufgrund seines Surfverhaltens oder seines Profils auf ihn zugeschnittene Inhalte angezeigt. Dieses Konzept wurde auch umgesetzt, allerdings in den Bereichen E-Commerce und Werbung (Targeting), weniger im Contentbereich. Noch heute findet z.B.auf den führenden Nachrichtenseiten bei den Inhalten keine Personalisierung statt.

Ursache für den Unterschied zwischen Vision und Realität: Die Kunden waren nicht soweit, teilweise aber auch die Technik. Das scheint sich gerade zu ändern. Immer neue Projekte zeigen, dass Verlage sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen - hier nur vier Beispiele:

  1. Fachverlage ermöglichen Usern, sich online eine eigene Bibliotheken mit den von ihnen erworbenen Materialien zusammenstellen können. Beispiel: Fabilon vom Verlag Neue Wirtschafts-Briefe.
  2. In Berlin arbeitet die InterTI GmbH an einer indivuellen Tageszeitung. Unter dem Namen "Niiu" sollen zunächst Berliner Studenten aus Inhalten von Tageszeitungen und dem Internet sich ihre persönliche Ausgabe konfigurieren können. Das gedruckte Exemplar wird morgens um 6 Uhr ausgeliefert.
  3. Der Mainzer Verlag PediaPress bietet das individuelle Wikipedia-Buch an. Der Kunde kann sich aus dem Onlinelexikon Artikel zusammenstellen, die dann als Buch gedruckt werden. Die Kosten liegen bei 7.99 EUr ab 100 Seiten.
  4. Das Hamburger Unternehmen Digital Collections, Anbieter einer marktführenden Bilddatenbank, hat auf Grundlage seiner semantischen Suchmaschine das Portal Allmypress gelauncht. Der Branchendienst Meedia schreibt dazu: "Auf der CeBIT dürfte dies einer der interessantesten neuen Services für die Medienunternehmen sein: Allmypress.com. Dahinter verbirgt sich eine semantische Suchmaschine, die neben frei wählbaren Quellen auch Angebote wie Twitter, Youtube oder Blogs systematisch durchforstet und so zu einem Thema in Echtzeit eine Fülle von darauf bezogenen Inhalten verlinkt."
Noch sind die Mediennutzer vorgefertigte Medienprodukte gewohnt. Letztere werden nicht verschwinden, die redaktionelle Leistung der Zusammenstellung von Inhalten wird weiterhin nachgefragt werden. Doch personalisierte Medienprodukte sind auf dem Vormarsch. Der Markt wird zeigen, welche Bedeutung ihnen letztlich im Medienmix zukommt.

1 Kommentar:

FO-Cyberfactory hat gesagt…

«Nichts ist persönlicher als der eigene Name!»Das Internet, der Digitaldruck sowie andere Medien ermöglichen die Personalisierung in Text und Bild aus einem Guss. Multichannel-Marketing mit Briefmailings, Postkarten, Selfmailer, AIDA-Push, Broschüren oder komplette Kampagnen und Internetauftritte, E-Mail, MMS oder Movies können Sie potenzielle Neukunden oder Ihre bestehenden Kunden beeindrucken und nachhaltig begleiten.

Mehr Informationen über Personalisierungsmöglichkeiten finden Sie unter folgendem Link

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