Donnerstag, 12. Februar 2009

Sind Berater die Bösen? Reflektionen zum Thema Verlage und Unternehmensberater

Anruf eines Fachjournalistes auf Recherche zum Thema: "Unternehmensberater und Verlage". Was ich denn dazu sagen könne. Tja, gute Frage. Ich sortiere gedanklich: Berater werden grob zusammengefasst aus fünf Anlässen engagiert:
  1. Sanierung, Krisenmanagement, oft auch reines Kostenmanagement. Als Vorgabe: Sparziele. Aus dieser Form der Beratung kommt das schlechte Image von den Rechenknechten, die nix von Inhalten und Redakteuren verstehen... Aber manchmal benötigen Unternehmen Unterstützung in einer schwierigen Situation, einen Externen mit dem Blick von außen, mit Benchmarks, ohne interne Verpflichtungen und Verwicklungen.
  2. Weiterentwicklung, Strategie: Unterstützung bei den grundlegenden Fragen der Unternehmensentwicklung, von den übergreifenden Zielen bis zu einzelnen Geschäftsfeldern. Das große Ganze also, die strategischen Leitlinien für alle operativen Aktivitäten.
  3. Innovation, Kreativität, Produktinnovationen: Unternehmen holen sich Externe, um interne Denkprozesse zu befruchten oder erst in Gang zu setzen. Die Berater bringen hier Expertise ein, aber auch Moderationsfähigkeiten - denn wie viel Branchenkenntnisse sie auch immer mitbringen (wie wir zum Verlagswesen) - das detaillierte Know How der Mitarbeiter (z.B. über Kunden und Märkte) ist unverzichtbar und muss manchmal nur wie ein Schatz gehoben werden.
  4. Optimierung interner Prozesse: Das ist in erster Linie kein Sparansatz, sondern hier geht es darum, Abläufe zu verbessern, die Kommunikation, auch die technische Infrastruktur. In diesen Bereich fällt auch die IT-Beratung.
  5. Mitarbeiter - von Personalentwicklung über Teambuilding und Coaching bis zu Personalberatung.
Wie verbreitet und akzeptiert denn Unternehmensberatung im Verlag sei, fragt der Rechercheur. Das ist ganz unterschiedlich, die Branche ist ja (noch immer) sehr kleinteilig und mittelständisch geprägt, viele Inhaber. Da ist Beratung oft eher ein Fremdwort. Dennoch gibt es viele aufgeschlossene Führungskräfte, die gern externe Unterstützung holen.

In jedem Fall, und das ist mein Fazit, wenn Berater ihr Handwerk verstehen, kundenorientiert handeln, mit Branchenkenntnissen ausgestattet sind und sich als Prozessbegleiter verstehen - dann können sie eine effektive Hilfe sein und keinesfalls das natürliche Feindbild für Redakteure...

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