Dienstag, 18. November 2008

E-Books: Nix für den Massenmarkt?

E-Books sind (noch) nicht für den Massenmarkt geeignet, sagt Weltbild-GF Dr. Klaus Driever im Interview mit turi2.tv. Begründung: Es gibt keinen Mehrnutzen durch ein elektronisches Lesegerät. Driever sieht Einsatzgebiete eher für Ratgeber - allerdings fehlten dafür noch Lesegräte mit farbigem Display. Insgesamt also eine klare Absage an den E-Book-Hype. Dennoch hat Weltbild sich vorbereitet: Nach Drivers Angaben sind schon 100.000 Titel bei Weltbild digital vorhanden und im Volltext durchsuchbar.

Die eigentliche Herausforderung für das Medium Buch sieht Driver nicht im E-Book, sondern in der Konkurrenz zu anderen Medien. Deshalb müsse das Buch mehr inszeniert werden, vor allem im Buchhandel.

Meine Bewertung dieser Aussagen: Weltbild, immer nah am Kunden, hat mit dieser skeptischen Einschätzung in Teilen recht. Ein großer Teil der Euphorie ist technikgetrieben, die Lesegräte sind (noch) zu teuer und werden nur von einem kleinen Kreis professioneller Anwender und anderen "Early Adopters" gekauft werden. Letztlich spielt es auch keine Rolle, auf welchem Trägermedium ein Buch gelesen wird. Die Digitalisierung, auch da hat Driever Recht, bietet insgesamt für alle Medien neue Chancen. Für die Verlage gilt es, diese Chancen zu erkennen und sich entsprechend vorzubereiten.

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