Mittwoch, 1. Oktober 2008

Was wird aus Fachzeitschriften?

Das Thema "Stirbt Print?" beschäftigt mich weiter - dieses Mal aus Sicht der Fachverlage, die in der allgemeinen Diskussion eher am Rand stehen. Auch bei der Fachpresse gibt es eine klare Abwärtstendenz bei den Printauflagen, wie ein schneller Blick auf die ivw-Zahlen zeigt:.


Sind Fachverlage gut gerüstet, um ihren zentralen Umsatzträger in Zukunft nicht zu verlieren? Nein, sagt Manfred Hasenbeck, Chef des Corporate Publishers Burda-Yukom und Präsident des Forum Corporate Publishing, in Horizont (Ausgabe 39/2008, Seite 30): " Ich will den Teufel nicht an die wand malen, aber wenn Sie die derzeitige Aufklagen- und Anzeigenentwicklung verfolgen, ist es naheliegend, dass so einige Fachmedien in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden werden. Darüber freue ich mich keineswegs, bin aber ziemlich mitleidlos. Ich kenne etliche Verleger, die in den goldenen Printzeiten der 80er und 90er Jahre ihr Geld lieber in ihre Fincas auf Mallorca gesteckt haben, statt ihre Objekte zu modernisieren. In den meisten Verlagen müssen Sie heute noch lange suchen, bis Sie einen Art-Director, professionelle Grafiker und ausgebildete Journalisten finden. Was Aktualität, schnelle Verfügbarkeit und Informationstiefe betrifft, hat das Internet die Fachpresse in einigen Bereichen bereits stark angeknabbert. Vielen Medienentscheidern ist offensichtlich noch nicht bewusst, dass print nur dann überlebt, wenn die inhaltliche. optische und habtische Qualität stimmt. Das gilt für die Fachverlage und Publikumspresse ebenso wie für Corporate Publisher".

Hasenbecks Prognose, natürlich pro domo gesprochen: Coprorate Publsihing wird für viele Werbekunden der Fachpresse zu einer Alternative: "Wenn die Unternehmen kein geeignetes Medienumfeld mehr finden, wo sie klassische PR oder Werbung für ihre Botschaften unterbringen können, werden sie die Kommunikation verstärkt selbst in die Hand nehmen." Eine Tendenz, die auch im Bereich der großen Markenartikler schon längst deutlich erkennbar ist...

Kommentare:

hemartin hat gesagt…

Mit den IVW Zahlen eine Entwicklung zum Gesamtmarkt nachzuzeichnen ist ziemlich schwierig. Bezog sich der letzte Wert (02/08) auf 1.211 der IVW angeschlossene Titel, waren es 02/07 nur 1.126 Titel. Im der Auswertung 03/05 (sorry ich habe die Zahlen nicht gesammelt) 1.075 Titel und soweit ich mich erinnere kann in 1998 deutlich unter 1.000 Titel (und die Pressemitteilung zu 02/1998 wies damals ausdrücklich darauf hin, dass die Steigerung in der verkauften Auflage nur durch zusätzliche Titel zustande kommt).

hemartin hat gesagt…

Kleine Korrektur:
Im IV. Quartal 1997 waren es 1.029 Fachzeitschriften, im Jahr zuvor 1996 waren es 983 Fachtitel