Freitag, 8. August 2008

E-Books, E-Paper und kein Ende...

Regelmäßige Leser/innen dieses Blogs werden vielleicht denken: Nicht noch ein Post zum Thema E-Book! Tut mir Leid, aber es lässt ich einfach nicht verhindern, da beinahe jeden Tag neue und spannende Meldungen auf meinen Laptop flattern.

Vor allem im Buchmarkt scheint sich die Entwicklung rasant zu beschleunigen. So wurden vom Kindle angeblich 240.000 Lesegräte verkauft, wie das stets gut informierte Blog Techcrunch erfahren haben will - und das soll erst der Anfang einer Erfolgsgeschichte gewesen sein: "Scott Devitt, an analyst at Stifel, Nicolaus & Co., predicts that Amazon is on track to sell 500,000 to 750,000 more Kindles over the next four quarters (including this one). He estimates that Kindle owners will buy an additional $120 to $150 worth of books and other content for each device, bringing the total revenues over that time period to somewhere between $225 million and $355 million. Based on that, he values the Kindle as a $1 billion business for Amazon."

Im Lichte dieser Entwicklungen befasst sich das Fachmagazin Buchreport ausführlich in einem Special mit dem Thema E-Book und hat dazu etliche Experten interviewt (alle Texte dazu auf der Buchreport-Website). Fazit: Keiner sieht in der aktuellen Entwicklung einen vorübergehenden Hype, alle glauben an die Durchsetzung des E-Book. Wie etwa Frank Samberth von Random House: "Wir sehen in den USA seit dem Launch des Kindle eine enorm positive Entwicklung des eBook-Marktes, wobei auch andere Endgeräte und Formate wie z. B. der Sony Reader profitieren. Für Deutschland erwarten wir eine ähnliche Entwicklung. Das eBook hat natürlich im Fach- und Wissenschaftsbereich und Schulbuch offensichtliches Potenzial. Wir rechnen aber auch für die Belletristik und das Sachbuch damit, dass sich mittelfristig alle 'Print-Genres' als eBook-tauglich erweisen (auch dies zeigen die Erfahrungen aus den USA)."

Für die Verlage entscheidend: Wie werden die Geschäftsmodelle für elektronische Bücher und Zeitschriften aussehen? Ganz einfache Antwort: Paid Content bleibt das Modell. Beim Pricing gibt es jedoch, so die Aussagen im Buchreport-Special, keine klare Linie: Einige bieten Books 10 - 20% günstiger an, andere wollen (und können) sogar mehr Geld verlangen (z.B. Springer im Wissenschaftsbereich, wie Olaf Ernst erläutert).

Passend zum Thema legt die Beratung PricewaterhouseCoopers eine Untersuchung zum Thema vor. Ergebnis der Studie "The medium is the message*: Outlook for magazine publishing in the digital age": Junge Leute wollen nicht nur digitale Ausgaben von Printtiteln, sie sind sogar bereit dafür zu zahlen - allerdings nur ca. die Hälfte des bisherigen Preises: "Consumers expect to pay more for printed content than for content distributed electronically. Indeed, our research suggests that they are not prepared to pay more than half the sum they would pay for a printed magazine." Überraschender Befund: Je jünger die Leser, desto mehr wollen für E-Paper-Ausgaben zahlen.

Ob die Zeitschriftenverlage, die bisher wenig erfreuliche Erfahrungen mit ihren E-Paper-Angeboten gemacht haben, auf Basis dieser Ergebnisse E-Ausgaben optimistischer beurteilen, wird sich zeigen. Letztendlich entscheidet der Markt, also der Leser und Kunde.

Linkhinweis: Ein kurzer Vergleich zwischen den Readern von Amazon und Sony findet sich im interessanten Newbook-Blog.

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