Dienstag, 1. Juli 2008

Branchenmarketing für das "Buch": Sehnsucht nach der guten alten Zeit

2000 scheiterte der erste Anlauf, seit diesem Jahr gibt es einen neuen Versuch, Branchemarketing für das Buch zu machen. Meine Meinung zu dieser Idee hatte ich schon im April geblogt. Eine gleiche Sichtweise äußert in einem klugen Kommentar Dr. Thomas Wilking, Chefredakteur vom Fachmagazin Buchreport. Neben meinen Argumenten bietet Wilking eine plausible Antwort auf die Frage, warum das Thema gerade jetzt wieder akut wird: "Dahinter steckt womöglich die Sehnsucht, in Zeiten der Umbrüche zur Selbstvergewisserung die Flagge hoch zu halten, und in Zeiten der Interessengegensätze einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu definieren und die traditionelle Konsenskultur zu pflegen."

Wilking empfiehlt, den umfassenden Anspruch, der 2008 noch weniger als 2000 gefunden werden kann, herauszunehmen und auf kleinere Themen zu fokussieren und nennt beispielhaft die britische Kampagne für den lokalen Buchhandel ("Your Local Bookshop").

Zum Thema Branchenmarketing verweist er zurecht auf die zahlreichen Events und Anlässe, bei denen schon jetzt die Verlagsbranche für sich und ihre Produkte macht: "Vielleicht sind die Leipziger und die Frankfurter Buchmessen das größte denkbare Branchenmarketing, das eine Wirkung entfacht, von der keine andere Branche träumen kann. Ob Buchpreise, Lesungen, Festivals, die amtliche Leseförderung, aber auch der Hype um die 'Feuchgebiete' oder der 'Brockhaus'-Schock: Es vergeht praktisch kein Tag, an dem diese Branche nicht die Welle macht. Diese Vielfalt und Vitalität zu erhalten, ist das beste Marketing."

Keine Kommentare: