Dienstag, 17. Juni 2008

AKEP-Tagung: E-Business in Verlagen beschleunigt sich

Als der AKEP 1992 als digitale Speerspitze des Börsenvereins gegründet wurde, lag Neues in der Luft der Verlagslandschaft. Bis zum Platzen der Dotcom-Blase Ende der 90er Jahre wuchst das Interesse an digitalen Innovationen, danach verblasste es so stark, dass auch der AKEP aus dem Blickwinkel vieler Verlage geriet.

Das wird in diesem Jahr auf der AKEP-Jahrestagung am 18./19. Juli 2008 in Berlin anders sein: Beinahe jeden Tag werden von Verlagen neuen Projekte vorgestellt, die zeigen, dass der Mut zu Innovationen weiter zunimmt:
  • MairDumont und die i5invest BeteiligungsgmbH starten mit tripwolf ein neues Reiseführer-Portal der Generation 2.0. Was Hollidaycheck schon seit Jahren sehr erfolgreich aufbaut, wird jetzt auch von einem klassischen Reisebuchverlag angepackt: ein Portal mit Inhalten, die von reisenden kommen. MairDumont wird zudem, ähnlich wie GU bei den Küchengöttern, Verlagsinhalte integrieren, wie Buchmarkt meldet.
  • Droemer Knaur bietet 50 Spitzentitel zum Download als E-Book an. Ab Herbst 2008 plant Droemer Knaur, alle künftigen Novitäten zusätzlich auch als E-Book zu publizieren. Dazu Verlags-Geschäftsführer Ralf Müller im Buchreport: "Die jetzt von uns angebotene PDF-Version ist ein erster Schritt - weitere werden folgen. Mit unserem technischen Partner id.on design arbeiten wir an einer deutlich komfortableren Lösung mit klarem Mehrwert für den Leser. Diese werden wir unseren Partnern zur Buchmesse 2008 hoffentlich präsentieren können. Unabhängig davon hätte ich mir bis vor kurzem auch nicht vorstellen können, meine gesamte Musik auf einem mobilen Gerät zu speichern, und wer sich mal die Mühe gemacht hat, ein Buch auf dem Kindle oder Sony Reader zu lesen, wird zugeben müssen, dass es einen Zeitpunkt gibt, wo nur noch der Inhalt zählt, unabhängig vom Medienträger. Das es demnächst in Deutschland mobile Endgeräte geben wird, ist für uns vollkommen klar und liegt bei der Größe und Bedeutung des deutschen Buchmarktes auch auf der Hand."
Der neue AKEP-Vorsitzende, Hans Huck-Blänsdorf, dazu in einer Pressemitteilung zu seinem Amtsantritt: „Der flächendeckende Durchbruch der E-Medien steht aus unserer Sicht kurz bevor. Diese basieren inzwischen auf soliden Datenformaten, Generierungs- und Vertriebsprozessen und jetzt endlich auch auf zukunftsfähigen Ausgabegeräten. Die Entwicklung von umfassenden und ökonomisch deutlich tragfähigeren Kundenbeziehungen wird in Zukunft noch mehr im Fokus stehen.“

Klassische Buchverlage auf dem Weg in die digitale Zukunft: Keine Spielwiesen mehr, sondern ambitionierte und strategische Projekte, die die Zukunftsfähigkeit sichern sollen. Buch und Online, print und digital: Keine Gegensätze mehr, sondern mehrmediale Angebote für Leser, die mehr und mehr über digitale und mobile Endgeräte für Inhaltszugriffe, Kommunikation und Services nutzen.

Wie die AKEP-Jahrestagung diese Entwicklungen reflektiert, darauf bin ich gespannt und werde hier berichten. In diesem Zusammenhang nur noch kurz dieser Hinweis: Die Fachkonferenz Verlag 3.0, auf die ich hier schon mehrfach hingewiesen habe, findet in zwei Wochen am 30. Juni 2008 statt. Schon viele Anmeldungen, ein spannendes Programm - würde mich freuen, wenn wir uns in München sehen.

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