Donnerstag, 15. Mai 2008

Das Beck-Blog: Fachverlage testen "Freemium"-Formate

Der Beck Verlag, ohnehin schon führend mit seiner juristischen Onlineplattform Beck online, probiert neue Formate aus. Unter dem Label "beck-blog Die Experten" wurde ein neues, kosten- und registrierungsfreies Angebot gestartet, in dem Rechtsexperten aktuelle juristische Entscheidungen und Themen kommentieren.

Eines lässt sich schon feststellen: Das Blog ist sehr lebendig, allein für den 14. Mai finden sich fünf Einträge. Das Prinzip ist immer gleich: Ein Experte, der auch namentlich genannt wird, stellt einen aktuellen Sachverhalt (v.a. Urteile und Gesetze) kurz und prägnant dar, Leser können die Beiträge kommentieren (wovon noch kaum gebraucht gemacht wird). Jeder Beitrag wird verschlagwortet, so dass ein umfangreiches Onlinearchiv entsteht. Manche Beiträge sind mit kostenpflichtigen Inhalten von Beck Online verlinkt - ein schöner Marketingeffekt für das Premiumangebot.

Grundsätzlich stellt sich beim beck-blog die Frage: Was ist eigentlich ein Blog? Wikipedia liefert folgende Definition: "Ein Blog ist ein für den Herausgeber ('Blogger') und seine Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern kann es einem Internetforum ähneln, je nach Inhalt aber auch einer Internet-Zeitung."

Für das beck-blog trifft eher die Beschreibung als Internetzeitung zu - es könnte auch als juristisches Newsangebot bezeichnet werden: Eine subjektive Sicht in Form von Kommentaren, Meinungen oder persönlichen Erfahrungsberichten fehlt. Beck bleibt sachlich, nachrichtenorientiert. Auch fehlt der Seite ein "Gesicht", also ein Herausgeber, dessen Handschrift der Seite eine persönliche Richtung gibt.

Das beck-blog folgt insgesamt einem Trend, den der amerikanische Investmentbanker Fred Wilson als "Freemium" bezeichnet hat. Unter der Überschrift "My Favorite Business Model" schreibt er dazu in seinem Blog : "Give your service away for free, possibly ad supported butmaybe not, acquire a lot of customers very efficiently through word of mouth, referral networks, organic search marketing, etc, then offer premium priced value added services or an enhancedversion of your service to your customer base." Beispiele hierfür gibt es viele - von Xing über Chefkoch.de bis hin zu Beck jetzt. Wenn sogar ein juristischer Fachverlag, der bis dato seine Inhalte nur kostenpflichtig zugänglich gemacht hat, dem Freemium-Trend folgt, zeigt dies die Dynamik dieses Geschäftsmodell (mehr dazu in einem späteren Blogeintrag).

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