Dienstag, 1. April 2008

Kinderbuchmesse Bologna: Das Buch blueht!

Die Kinderbuchmesse in Bologna ist nicht nur ein Ort, der wegen des schoenen Fruehlingswetters und des guten Essens Kindermedienprofis aus aller Welt magisch anzieht - sondern auch ein gutes Stimmungsbarometer. Am zweiten Tag der Messe laesst sich schon so viel sagen: Eindeutige Trends zeichnen sich nicht ab, keine Megawellen wie einst Fantasy oder Buchplus-Konzepte fuer Non-Fiction-Titel. Es herrscht eine ruihge Geschaeftigkeit, von Krise, aber auch von Euphorie keine Spur.

Bemerkenswert ist vielmehr die geringe Praesenz elektronischer Projekte. Die CD-ROM / DVD hat in Deutschland ohnehin fast die Segel gestrichen... Aber wo sind die grossen Onlineprojekte, die Portale, um die sich in der Medienbranche sonst alles dreht? In der deutsche Halle in Bologna, und nicht nur dort, werden Buecher gehandelt... Bildschirme sind fast gaenzlich verschwunden. Dabei gibt es etliche Verlage, die mit grossen Onlineprojekten unterwegs sind und sicher auch hier Gespraeche ueber Kooperationen fuehren - aber dies geschieht diskret, leise, unsichtbar.

Kinderbuchverlage, die sich an die Kleinsten wenden, sehen ohnehin keinen Handlungsbedarf ausserhalb des Pflichtprogrammes (eigene Homepage, Praesenz beim Onlinebuchhandel). Der direkte Kontakt zu den Eltern scheint noch nicht in den Marketingfokus gerueckt zu sein - wie ueberhaupt eher entspannt die Nichtsubstituierbarkeit des Buches festgestellt wird. Dabei geht es doch nicht um Medienkonkurrenz, sondern um die neuen Moeglichkeiten der direkten Zielgruppenansprache, die das Internet in einer bisher nicht dagewesenen und vor allem bezahlbaren Weise bietet.

Bologna 2008: Bine Branche steht auf soliden Beinen und hat die Stuerme des Medienmarktes bestens ueberstanden. Die bildungsnahen Schichten kaufen weiter und mehrBuecher, und das reicht, um einen Angebot voller Vielfalt zu erhalten.

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