Dienstag, 18. März 2008

Bewegte Zeiten mit bewegten Bildern

Bewegte Bilder im Internet, vom kleinen Handyclip bis zu ganzen TV-Sendungen, bewegen vor allem die Verlage. Nicht nur verwirrende die Begriffsvielfalt - IPTV über Webcast bis hin zu Internetclips - bereitet Verlagen Probleme. Viele Entscheider fragen mit einem leichten Entsetzen im Gesicht: "Sollen wir jetzt zum Fernsehsender werden?"

Nicht nur Youtube und Clipfish, sondern auch die Erfahrungen von Spiegel Online zeigen das Potential von Bewegtbildern im Internet: Sie haben sich zu einem der Traffictreiber überhaupt entwickelt. Allerdings erfordern sie nicht nur eine stabile technische Infrastruktur, sondern vor allem auch neues Know-how in den Redaktionen...

Beispiele für Internetfernsehen gibt es mittlerweile viele. Ein sehr einfaches, aber plausibles Konzept etwa bietet Krammer.TV, eine Video-Plattform rund um das Thema Sanitär, Heizung und Klima (SHK) der KNM Krammer Neue Medien GmbH. Hier werden in erster Linie Werbefilme von Zulieferern der SHK-Branche gezeigt, also Material, das eh vorhanden ist. Krammer.TV bietet zudem eigenproduzierte Sendungen wie ein wöchentliches Nachrichtenmagazin.

Einen sehr einfachen, aber dafür sehr plausiblen Weg geht der Medienblogger Peter Turi mit seinem "Branchenfernsehen": Zu aktuellen Themen der Medienbranche bietet er kurze und informative Interviews. Ich frage mich, warum die etablierten Branchenblätter nicht auf diese simple Idee gekommen sind. werben & verkaufen liefert dagegen 45minütige Sendungen, zwar sehr interessant, aber registrierungspflichtig und in einer Länge, die nur wenig internettauglich ist...

Bewegtbild stellt die Verlage zudem vor große Herausforderungen, und nicht alle Probleme lassen sich lösen, wenn, wie bei der Bildzeitung Kai Dieckmann, der Chefredakteur selbst mit der Videokamera unterwegs ist. Über Dienstleister wie z.B. die Hamburger TVzweinull GmbH lassen sich Technik und Know-how einkaufen, auf Dauer können dann intern die benötigten Kapazitäten aufgebaut werden. Was tatsächlich benötigt wird, und jeder Verlag nur für sich selbst entwickeln kann, sind Geschäftsmodelle. Internettraffic ist zwar schön, bringt aber noch kein Geld... Ob es das Publizieren (bezahlter) Werbefilme ist, die Vermarktung von Werbung zu Beginn des Clips oder im Umfeld - vor allem in den Special Interest- und Fachmärkten werden den Verlagen die Werbekunden nicht die Tür einrennen, sondern müssen lernen, diese neuen Marketingformen anzuwenden. Bewegte Zeiten also, in denen Verlage mehrmedial werden und auf immer neue Anforderungen reagieren müssen.

Keine Kommentare: