Donnerstag, 7. Februar 2008

Wem gehört eine Community?

Viele Verlage, aber auch andere Unternehmen, tun sich schwer mit Communities. Und wir Berater sprechen schnell vom Verlag als "Community-Organzier", oder als "Community-Publisher". Dazu habe ich gerade einen schönen Satz von Jimmy Wales, dem Wikipedia-Gründer und jetzigen Wiki Search-Initiator, gelesen. Er bringt die Dinge auf den Punkt, wenn er sagt: "Traditionelle Medien denken, es ist ihre Community - nicht die der Nutzer" (Interview in der w&v, Nr. 5/2008).

In diesem Satz steckt eigentlich das ganze Geheimnis von Communites: Sie lassen sich nicht einfach aus dem Boden stampfen. Und sie lassen sich nicht einfach vermarkten, ohne die User einzubeziehen. Das mussten gerade jetzt Community-Betreiber erfahren, von denen man dachte, dass sie wissen, wie es geht (etwa StudiVZ und XING beim Thema Profilvermarktung). Eine Community ist eine virtuelle Gemeinschaft, bei der es um gegenseitigen Austauch geht. Die Nutzer sind nicht naiv, sie wissen, dass Werbung den Laden am Laufen hält. Aber sie wollen die Kontrolle über ihre Community behalten.

Gerade habe ich mit dem Geschäftsführer einer führenden Special-Interest-Community telefoniert. Er hat diese Einschätzung voll bestätigt und ergänzt, dass viele Unternehmen ihrer Basis (sprich: Kunden) oft hilflos gegenüberstehen, wenn diese sich kritisch über Produkte austauschen. Marketing wird Kommunikation, wird Prozess, wird Glaubwürdigkeit im Dialog. Eine ganz neue Sichtweise.

Das verantwortungsvolle Handeln in Communites wird für alle Unternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor werden. Verlage können von diesem Markt eine große Scheibe abbekommen, wenn sie neben ihrem traditionellen auch neues Denken lernen.

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