Dienstag, 5. Februar 2008

Bloggen, bloggen, bloggen...

Ja, mit dem Bloggen ist das so eine Sache. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Als ich vor einen Jahr mit diesem Blog gestartet bin, hatte ich mir das reiflich überlegt (und deshalb lange gezögert). Die Erfahrung zeigt: Wer nicht als Journalist ohnihin regelmäßig schreibt, oder aus dem Bloggen ein eigenes Geschäft aufbaut (wie z.B. Peter Turi mit seinem vorbildilchen Turi-Blog), der muss schon eine große Disziplin an den Tag legen, um wenigstens einmal pro Woche etwas Substanzielles zu bloggen.

In allen Web 2.0-Workshops, die ich bis jetzt durchgeführt habe, war das Thema Bloggen die große Unbekannte. Bei Communities sind die Chancen, aber auch die Risiken (mehr oder weniger) bekannt. Aber ein Blog? Dabei ist ein Blog wesentlich leichter zu erstellen als ein Forum oder gar ein Community. Die Marketingmöglichkeiten möchte ich hier nicht aufzählen (und lieber auf den Blogexperten Klaus Eck verweisen). Weil Verlagen das Blogging lange so fremd war, sind so viele eigenständige Blogs entstanden - und haben z.B. im Markt der Nachrichten eine führende Position eingenommen. So erbrachte jüngst ein Vergleich zwischen der New York Times und Blogs, dass bei fünf zentralen us-amerikanischen Themen des Jahres 2007 in vier Fällen die Blogs ein besseres Suchmaschinenranking hatten als die New York Times (Details und Ergebnisse des Tests auf Long Now Foundation-Website).

Dennoch experimentieren immer mehr Verlage mit Blogs. Einer der größten Projekte stammt, wieder einmal, von Holtzbrick. Unter der Marke Scilogs werden unter dem Motto "Tagebücher der Wissenschaft" 42 Blogs zu wissenenschaftlichen Themen angeboten. Die Blogger sind Wissenschaftler und Autoren. Scilogs macht noch einen etwas unübersichtlichen Eindruck, auch die Autorennamne und Gesichter der Blogger sind eher versteckt, zudem werden einzelne Blogs nicht regelmäßig gerfüttert - dennoch: Hier entsteht ein Blogportal mit einer wachsenden Contentmenge. Das Geschäftsmodell? Vermutlich zunächst "nur" der Aufbau einer Leserschaft (von Traffic und Reichweite also), das Branding (und die Vermarktung) der Zeitschriften; alles Weitere wird sich entwickeln.

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