Donnerstag, 17. Januar 2008

Paid Content bleibt Geschäftsmodell

Die Öffnung der Archive von Focus und Spiegel (siehe meinen Beitrag vom 15. Januar 2008) befeuert erneut die Grundsatzdiskussion um "Paid Content". Einmal mehr wurden wir dazu interviewet, dieses mal vom Medienhandbuch.de. Mein Partner Ulrich Spiller macht darin die Unterschiede zwischen den verschiedenen Zielgruppen und Nutzungssituationen klar. Differenzierung tut Not. In den Publikumsmärkten ist mittlerweile beinahe jede Information (wenn auch in unterschiedlicher Qualität) kostenfrei erhältlich - dazu Ulrich Spiller: "Der Zugang zu den Inhalten dieser Archive wären manch einem in einer bestimmten Situation sicher auch Geld wert. Da er diese Inhalte aber mittlerweile häufig auch anderweitig umsonst bekommt (Qualitätaspekte stehen häufig nicht an erster Stelle), ist die Zahl dieser Situationen überschaubar. Für Publikumsmedien mit einer breiten Leserschaft scheint es in diesem Zusammenhang daher sinnvoller zu sein, möglichst viel Traffic auf der Website zu generieren, um damit die Werbeeinnahmen zu erhöhen."

Anders sieht das in Spezial- und Fachmärkten aus, vor allem, wenn zukünftig Informationen noch mehr auf den Bedarf des Informationssuchenden zugeschnitten werden. Gefragt nach den Chancen von Paid Content lautet seine Antwort: "Individualisierte und personalisierte Produkte, die es möglicherweise auch in der jeweiligen Form nur ein einziges Mal gibt (wir verwenden bei uns intern im Augenblick dafür den sicher noch diskussionswürdigen Begriff 'user generated products'). Außerdem sollte jeder Verlag mal analysieren, was er eigentlich an Content hat, der nie veröffentlicht wurde, weil z. B. der Heftumfang dies nicht zuließ oder etwas Aktuelles dazwischenkam."

Mit anderen Worten: Der Verkauf von bezahlten Inhalten oder Services erfordert nicht nur neues Denken, sondern vor allem eine erhöhte Form von Kundenorientierung. Verlage müssen sich nicht neu erfinden, sondern das, was sie immer getan haben, einfach noch besser tun: Menschen mit Informationen zu versorgen, die sie gerade benötigen.

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