Freitag, 11. Januar 2008

E-Book: Top oder Flop?

Dr. Wolfgang Stock, stets innovativer Verlagsleiter bei Spotlight, betreibt seit 2007 unter stockpunkt.com ein interessantes Blog, in dem auch Medienthemen kritisch beleuchtet werden. In einem aktuellen Beitrag diskutiert Dr. Stock die Chancen des Amazon-E-Bock-Gerätes Kindle, sein Fazit: "Zur Markteinführung in den USA hörte man bemerkenswerterweise überwiegend technikgetriebene Argumente zu Gunsten des Kindle. Doch was interessiert mich Speicherkapazität oder Akkuleistung? Technik kann auf Dauer nie Antrieb zum Lesen eines Buches sein, dies muss schon Inhalt und Lesenutzen übernehmen. Wenn man bei einer Produktentwicklung die Technik und nicht den Menschen in den Mittelpunkt rückt, dann kommt bisweilen eben ein Rohrkrepierer heraus."

Eine ganz andere Sichtweise vertritt dagegen Hans Kreutzfeldt, der deutsche E-Book-Pionier. Auf der Buchmesse im Oktober 2007 berichtete er mir, dass vor allem us-amerikanische Verlage bei ihm in Serie Bücher in das E-Book-Format von Amazon (Mobipocket, von Amazon gekauft) umwandeln lassen. Sein Unternehmen Kreutzfeldt Electronic Publishing GmbH ist seit Jahren auf diese Dienstleistung darauf spezialisiert und wurde von Franklin Electronic Publishers Mitte 2006 übernommen.

Ob nun mit oder ohne Kindle: Das E-Book hat Zukunft, mehr als sich papiergewohnte Verlger vielleicht vorstellen können. Sicher ist die Entwicklung mit der Musikindustrie, bei der das physische Produkt unaufhaltsam bergab geht, nicht zu vergleichen. Aber Buch ist nicht gleich Buch, und Nutzungssitutionen unterscheiden sich. Ein Belletristikleser mag das Papier schätzen, ein Fachbuchnutzer hingegen die mobile, elektronisch verfügbare Information. Last bust not least: Die Lesequalität von Geräten wie Kindle stellt alles in den Schatten, was wir von Displays bisher gewohnt sind. und wenn erst die flexible E-Paper-Folie kommt, werden die Karten nochmals neu gemischt...

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