Die Reichweite von Wikipedia hat Dimensionen erreicht, von der viele Verlage nur träumen. Das PR-Portal berichtet: "Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ist bei den deutschen Internetnutzern beliebter als in den USA. Im Februar 2007 zählte Nielsen/NetRatings für Wikipedia 12,3 Mio. deutsche unique visitors, was einer Reichweite von 33 Prozent entspricht."
Einige Verlage denken deshalb darüber nach, wie sie von dem Wiki-Boom profitieren können. Das Problem: Wie sollen neben einem zentralen Wiki, das mit atemberaubender Geschwindigkeit inhaltlich wächst und so als Nachschlagewerk für viele Spezialgebiete dient, Spezialwikis etabliert werden? In Deutschland gibt es deshalb hier nur wenige Versuche, am bekanntesten dürfte das Wirtschaftswiki vom Handelsblatt sein - das allerdings auch zeigt, wie schwer die Etablierung eines wirklich lebendigen Wikis ist.
Die großen Lexikonverlage Wissen Media (Bertelsmann) und Bibliographisches Institut, am stärksten von der Wikipedisierung des Nachschlagens betroffen, haben erst kleine Schritte in Richtung User Generated Content unternommen. BuchMarkt online meldete zu wissen.de: "Die Website lädt Leser und User ein, 'Lexikon-Scout' zu werden und all jene Personen, Ereignisse oder Begriffe des Jahres auf www.wissen.de zu melden und zu kommentieren, die ihrer Meinung nach in ein zeitgemäßes aktuelles Lexikon gehören. Das Web 2.0-Projekt geht Anfang Oktober online."
Wikipedia ist ein Verein, es gibt keine Werbung, die Finanzierung erfolgt über Spenden und Beiträge. Für Verlage also kein Geschäftsmodell. Wer ein Spezialwiki aufsetzen will, muss über eine Community verfügen, die Lust hat, sich in Spezialthemen zu verwirklichen - und sich nicht an einem "kommerziellen" Betreiber und an Werbung stört.
In diesem Blog kommentiere ich aktuelle Entwicklungen in der Verlags- und Medienbranche - vor allem im Hinblick auf die Digitalisierung und den Wandel der Mediennutzung.
Donnerstag, 7. Juni 2007
Mittwoch, 6. Juni 2007
E-Paper, E-Books, PoD: Digital belebt Print
Stefan Becht, einer der wachsamen Beobachter und Kommentatoren von digitalen Entwicklungen im Bereich der Verlage, hat auf BuchMarkt Online einen kurzen Überblick über die Entwicklungen im Bereich von E-Books gegeben. Amazon, Google und Microsoft liefern sich hier ein Wettrennen in der Bereitstellung von E-Books. Das E-Book erlebt, wie ich hier auch schon festgestellt hatte, eine Wiederauferstehung.
Parallel erlebt das E-Paper eine neue Konjunktur: Die Technik für blätterbare Internetausgaben von Printtiteln (Zeitungen, Zeitschriften, Bücher) ist schon lange entwickelt, etliche Printmedien haben auch schon E-Paper-Angebote im Internet. Das E-Paper wird vor allem dadurch interessant, dass es Werbekunden multimediale Möglichkeiten für Werbung bietet und zudem in die ivw-Zählung eingeht.
Die neue Dynamik lässt sich an zahlreichen Entwicklungen ablesen, hier nur drei Beispiele:
Diese Kritik E-Paper hat es schon immer gegeben, aber jetzt scheint die Zeit reif für einen neuen Anlauf zu sein.
Hinweis für alle, die sich grundlegend informieren möchten: Auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse hat Stefan Klaus in einem Vortrag die Möglichkeiten von multimedialen E-Paper-Ausgaben aufgezeigt.
Parallel erlebt das E-Paper eine neue Konjunktur: Die Technik für blätterbare Internetausgaben von Printtiteln (Zeitungen, Zeitschriften, Bücher) ist schon lange entwickelt, etliche Printmedien haben auch schon E-Paper-Angebote im Internet. Das E-Paper wird vor allem dadurch interessant, dass es Werbekunden multimediale Möglichkeiten für Werbung bietet und zudem in die ivw-Zählung eingeht.
Die neue Dynamik lässt sich an zahlreichen Entwicklungen ablesen, hier nur drei Beispiele:
- Pressekatalog, das größte deutsche Zeitschriftenportal, bietet Verlagen die Erstellung von E-Paper-Ausgaben an.
- Immer mehr Redaktions- und Content Management-Systeme bieten die Möglichkeit, automatisch ein E-Paper der Printausgaben zu erstellen.
- Der Abo-Dienstleister Datenservice Beck bietet seinen Kunden die Erstellung von animierten E-Paper-Ausgaben an.
Diese Kritik E-Paper hat es schon immer gegeben, aber jetzt scheint die Zeit reif für einen neuen Anlauf zu sein.
Hinweis für alle, die sich grundlegend informieren möchten: Auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse hat Stefan Klaus in einem Vortrag die Möglichkeiten von multimedialen E-Paper-Ausgaben aufgezeigt.
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