Donnerstag, 10. Mai 2007

Warum sich Verlage mit Web 2.0 schwer tun

Das Fachmagazin werben & verkaufen analysiert in seiner aktuellen Ausgabe den Medienkonzern Bertelsmann - Fazit: Nach den wilden Aufbruchjahren der Ära Middelhoff wurde unter Gunter Thielen das Kerngeschäft gestärkt und das Unternehmen so konsolidiert. Auf der Strecke ist jedoch die Innovation vor allem im Hinblick auf das Internet geblieben.

Warum tun sich so viele Verlage schwer mit den neuen Möglichkeiten? Aus vielen Gesprächen mit Verlagen und aus der direkten Arbeit in Projekten fallen wir folgende Gründe ein (es gibt sich noch etliche mehr):
  • „Es lässt sich nicht rechnen“: Kalkulation wie bei bisherigen Verlagsprodukten verhindert Investitionen
  • Keine Risikobereitschaft
  • Keine Web 2.0-Kompetenz
  • Keine (Multi)Mediakompetenz
  • Keine Erfahrung mit zahlungspflichtigen Services
  • Traditionelles „Verlegerdenken“:Autor – Produkt – Leser
  • Planungsdenken: Was wir nicht wie bisher planen können, machen wir nicht
  • Zu geringe Kenntnisse über das Informations- und Kommunikationsverhalten der Zielgruppen
Die Folgen: Verlage stellen verblüfft fest, dass Neugründungen ihre angestammten Zielgruppen mit neuen Services bedienen und sie somit ihre traditionelle Funktion als Informationsdienstleister und Communityorganizer zu verlieren drohen.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Content, Kunden, Kernprozesse: der multimediale Verlag wird Realität

In Verlagen war die Welt früher einfach: Es gab gedruckte Produkte, die in unterschiedlichen Abteilungen betreut wurden. Sogar in Fachverlagen wurden Bücher, Zeitschriften und Loseblattwerke getrennt gemanagt. Entsprechend getrennt wurden auch die Kundendaten gespeichert. Zumeist diente die Adresse nur für Bestell- und Abrechnungvorgänge. Ein wirksames "Customer Relationship Management" gab es nicht.

Diese Zeiten sind vorbei. Kundenadressen, besser: umfangreiche, gut gepflegte Kundeninformationen gewinnen an Wert, je schwieriger und anspruchsvoller das Verkaufen und Vermarkten von Verlagsprodukten wird. Zudem in einem multi- und crossmedialen Vermaktungsszenario: Die Kunden greifen auf Inhalte in allen Formen und auf allen Kanälen zu. Content und Customer Relationship Management müssen also so miteinander verzahnt werden, dass der multimediale Verlag seine Kunden umfassend bedienen kann. Ein anspruchsvolles Szenario, in das auch noch die Business Software (Software für ERP) integriert werden muss.

Das 9. CrossMediaForum wird sich mit diesem Thema befassen: Anbieter und Verlage präsentieren dort Lösungen und zeigen Entwicklungen auf. Das Forum findet am 19. Juni 2007 in München statt und wird gemeinsam von uns mit der Firma Nionex veranstaltet.