Donnerstag, 26. April 2007

Kinder- und Jugendbuch: Ein wachsender Markt?

Die Kinderbuchmesse in Bologna ist nicht nur wegen der schönen Stadt und des guten Essens beliebt: Die Messe gibt jeweils im Frühjahr einen sehr guten Einblick in Befindlichkeiten und Trends des Kinder- und Jugendmedienmarktes. In diesem Jahr sehe ich nur zufriedene Gesichter, vor allem bei den marktführenden Verlagen: "Das beste Jahr, seit ich hier bin", sagt mir ein Verlagsleiter. "Umsatzsteigerungen in zweistelligen Bereich", ruft mir ein Programmleiter zu.
Das Buch in der Krise? Von wegen. Unbeeindruckt vom Internet und in sicherer Entfernung zur Web 2.0-Hysterie der großen Pressekonzerne entwickeln diese Verlage ihre Programme, die stabiler denn je alle Herausforderungen - von der Konzentration im Handel bis zum geänderten Medienverhalten der Jugend - zu meistern scheinen. Und das in einem Jahr mit programmierten Bestsellern von Joanne K. Rowling und Cornelia Funke. Feiern auch die Verlage ein neues Wirtschaftswunder, wie es der Spiegel entdeckt haben will?

Und doch ist auch hier ein Wandel zu beobachten. Investitionen in Internetprojekte sind noch kein Messegespräch, aber die großen Verlage denken über Projekte nach oder arbeiten schon daran. Ich bin mir sicher: 2008 werden wir in Bologna mehr über das Internet, über Online-Gaming und Download-Portale sprechen als je zuvor.

Weitere Informationen zur Messe:

Dienstag, 24. April 2007

Wohin entwickelt sich die Verlagsherstellung?

Mit dieser Frage befasst sich unsere neue Studie, die am 26. April 2007 auf dem Forum Herstellung von Klopotek präsentiert wird. Wir haben dazu Geschäftsführer, Verlagsleiter und vor allem Hersteller zu ihren Prognosen befragt. Die Antworten zeigen, welch großen Wandel die Verlagsherstellung bewältigen muss, um auch zukünftig die Schaltzentrale für alle Publishingprozesse zu bleiben.

Die Anforderungen lassen sich in vier Punkten zusammenfassen:
  1. Die Orientierung an externen Faktoren wird immer wichtiger. Eine Herstellung muss nicht nur technische Innovationen kennen und bewerten, sondern auch neue Produktformen, neue Kundenbedürfnisse und Wettbewerber wahrnehmen.
  2. Veränderung wird zum Dauerprozess. Erneuerungszyklen, die mehrere Jahre dauern, gibt es nicht mehr. Jede Herstellung muss heute neue Techniken und neue Markterfordernisse so schnell wie möglich umsetzen.
  3. Leistungen werden ausgelagert, wenn sie auf dem Markt günstiger zu haben sind – da sind sich 86% der Geschäftsführer einig. Es muss also intern ein immer komplexeres Lieferantengeflecht gemanagt werden.
  4. Das Management von Printprodukten wird erweitert zu einem Management von Content- und Produktionsworkflows.
Insgesamt müssen Herstellungen heute das Unplanbare möglich machen. Auf Basis eines intelligent archivierten, digitalen Contents und flexibler, aber stabiler Prozessketten muss sie in der Lage sein, neue Produkte und Services kalkulierbar und in kürzester Zeit zu ermöglichen. Dieser Wandel wird bestimmt durch eine Umorientierung von internen Auftraggebern (wie Redakteuren, Lektoren oder auch Autoren) hin zu externen Auftraggebern, sprich den Kunden: Sie werden zukünftig immer anspruchsvoller werden, weil ihr Medienverhalten sich ändert: any contentanywhere lautet die Aufgabenstellung. Kunden werden sich auf ihren Lesegeräten Inhalte nach ihren Vorstellungen konfigurieren, auch wenn die Metapher des „Buches“ nicht verschwinden wird.

Weitere Informationen zur Studie gibt es auf unserer Website. Zum gleichen Thema veröffentlicht die Fachzeitschrift Buchreport ein Special.