"Content is King" lautete ein Motto in der Frühphase des Internet: Wer Inhalte hat, bindet User. Doch schnell zeigte sich: Nicht der Content, sondern der Zugang zu diesem durch Suchmaschinen ließ sich vermarkten. Google, ein Portal ohne Content, wurde zum Nadelöhr und zum Tor zur virtuellen Welt.
Ähnlich war es mit den Plattformen wie YouTube oder MySpace: Plattformen ohne jeden Inhalt generieren Traffic und verkaufen Werbung, ohne dass die Contentinhaber davon profitieren.
Die Contentinhaber haben diese Entwicklung lange Zeit beobachtet. Jetzt scheint die Zeit gekommen, in der sie den Wert ihrer Inhalte neu entdecken. Spiegel Online meldet: "Die US-Medienkonzerne News Corp und NBC Universal machen YouTube massiv Konkurrenz und gründen ein eigenes Videoportal. Ganze Fernsehserien sollen kostenlos angeboten werden - zum Beispiel die Simpsons." Eine mächtige Anti-Goolge-Allianz hat sich gebildet, wie Spiegel online bemerkt: "Die neue Videoplattform soll in Kooperation mit AOL, Yahoo und Microsoft entstehen. So sollen die Inhalte auch auf den Portalen von AOL (Time Warner), Yahoo, MSN (Microsoft) und News Corps eigener Community MySpace zu sehen sein. Auch gegenseitig werden die Partner ihr Material austauschen, so dass den Nutzern insgesamt Tausende Stunden Material zur Verfügung stehen."
Ein anderes Beispiel zeigt, dass es solche Strategie erfolgreich sein kann. In Norwegen hat die Verlagsgruppe Schibstedt ihre Inhalte für Google gesperrt und dann ein eigens Suchportal gegründet hat - mit wachsendem Erfolg.
In diesem Blog kommentiere ich aktuelle Entwicklungen in der Verlags- und Medienbranche - vor allem im Hinblick auf die Digitalisierung und den Wandel der Mediennutzung.
Freitag, 23. März 2007
Donnerstag, 22. März 2007
Leipzig, Leipzig, Leipzig!
"Sind Sie eigentlich auch in Leipzig?" Noch nie wurde ich von so vielen Geschäftspartnern gefragt, ob ich auf die Leipziger Buchmesse fahre. Die Messe, lange Zeit eher eine Solidaritätsveranstaltung, entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem festen Branchentermin. Es ist die Messe der Kontaktpflege, weniger des Geschäftes. Sie hat ihren Platz im engen Termingeflecht der Messen in Spielwarenmesse, der Didacta und der Buchmesse London und Bologna offensichtlich gefunden. Eine kontaktfreudige Branche schätzt eben die persönliche Begegnung. Vielleicht muss ich meine Messepläne für 2008 erweitern...
Dienstag, 20. März 2007
Der Buchhandel entdeckt Web 2.0
Bücher sind auch in privaten Kreisen Gesprächanlass: Der Austausch über Leseerlebnisse und vor allem Empfehlungen sind wunderbare Themen, über die sich Leser austauschen. Hinzu kommt eine unüberschaubare Angebotsvielfalt, bei der sich beinahe jeder über Anregungen und Navigationschilfen freuen dürfte. Deshalb liegt die Integration von Web 2.0-Features in Buchwebseiten einfach auf der Hand.
Seit Januar gibt es das Hugenbudel-Buchblog, womit einer der marktführenden Buchhandelsketten das Web 2.0 erkundet: "Im Hugendubel Blog schreiben Mitarbeiter der Buchhandlung Hugendubel über Bücher: Vielfältig, ohne Einschränkung, Kürzung oder Änderung, über alle Themen." Das Blog sieht jedoch eher wie eine Buchbesprechungsseite aus. Kommentare der Leser können nur nach Registrierung geschrieben werden.
Klaus Eck, einer der bekanntesten deutschen Blogger, urteilt deshalb in PR-Blogger:"Auch sonst wirkt das Buchblog auf mich noch nicht besonders überzeugend. Hugendubel verzichtet auf ansprechende Titel für die Blogartikel und setzt lieber auf beinahe lexikalisch wirkende Überschriften, die eine Kategorie, den jeweiligen Buchautor und manchmal noch den Buchtitel angeben. Besonders lebendig oder fantasievoll wirkt das Blog dadurch nicht gerade. Schade eigentlich. Gerade vom größten deutschen Buchhändler wäre eigentlich mehr zu erwarten gewesen. Aber vielleicht ist das gerade die Chance für kleinere Buchhändler, sich über eigene Buchblogs von den großen Unternehmen positiv abzuheben." Klaus Eck nennt auch positive Beispiele, etwa von der ZVAB.
Weitere Buchhändler ziehen nach: So gibt es bei der Mayerschen jetzt "interaktive Charts", bei denen Leser ihre Lieblingsbücher empfehlen können, woraus dann eine Bestenliste generiert wird. Das Ganze wirkt zwar noch sehr statisch, aber ist immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Community. Pionier im Buchbereich ist übrigens die Fachbuchhandlung Lehmanns, die schon 1995 ein Blog führt.
Trotz manchen Anfangsfehler: Alle Initiativen in diese Richtung sind zu begrüßen, weil sie Bücher im gespräch halten und den Lesern eine erweiterte Form des Austausches bieten.
Seit Januar gibt es das Hugenbudel-Buchblog, womit einer der marktführenden Buchhandelsketten das Web 2.0 erkundet: "Im Hugendubel Blog schreiben Mitarbeiter der Buchhandlung Hugendubel über Bücher: Vielfältig, ohne Einschränkung, Kürzung oder Änderung, über alle Themen." Das Blog sieht jedoch eher wie eine Buchbesprechungsseite aus. Kommentare der Leser können nur nach Registrierung geschrieben werden.
Klaus Eck, einer der bekanntesten deutschen Blogger, urteilt deshalb in PR-Blogger:"Auch sonst wirkt das Buchblog auf mich noch nicht besonders überzeugend. Hugendubel verzichtet auf ansprechende Titel für die Blogartikel und setzt lieber auf beinahe lexikalisch wirkende Überschriften, die eine Kategorie, den jeweiligen Buchautor und manchmal noch den Buchtitel angeben. Besonders lebendig oder fantasievoll wirkt das Blog dadurch nicht gerade. Schade eigentlich. Gerade vom größten deutschen Buchhändler wäre eigentlich mehr zu erwarten gewesen. Aber vielleicht ist das gerade die Chance für kleinere Buchhändler, sich über eigene Buchblogs von den großen Unternehmen positiv abzuheben." Klaus Eck nennt auch positive Beispiele, etwa von der ZVAB.
Weitere Buchhändler ziehen nach: So gibt es bei der Mayerschen jetzt "interaktive Charts", bei denen Leser ihre Lieblingsbücher empfehlen können, woraus dann eine Bestenliste generiert wird. Das Ganze wirkt zwar noch sehr statisch, aber ist immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Community. Pionier im Buchbereich ist übrigens die Fachbuchhandlung Lehmanns, die schon 1995 ein Blog führt.
Trotz manchen Anfangsfehler: Alle Initiativen in diese Richtung sind zu begrüßen, weil sie Bücher im gespräch halten und den Lesern eine erweiterte Form des Austausches bieten.
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