Montag, 23. Juli 2007

Paid Content lebt!

Bezahlte Internetinhalte, im Fachdenglisch als Paid Content bezeichnet, wurden und werden von vielen Verlagen für ein nicht funktionierendes Geschäftsmodell erklärt. Begründung: Die Menschen sind an die Kostenloskultur des Internet gewöhnt.

Dass dies so pauschal nicht stimmt und je nach Markt und Zielgruppe differenziert beurteilt werden muss, hatte ich vor geraumer Zeit schon im Blog von Peter Turi anlässlich der Timelabs-Studie geschrieben. Jetzt bestätigt eine neuen Studie meine Thesen: "Es gibt einen Markt für journalistischen Paid Content. Einer Umfrage von Media Transfer Netresearch & Consulting zufolge, haben 48 Prozent der Befragten schon einmal kostenpflichtige Inhalte im Internet bezogen, 26 Prozent haben bereits für redaktionelle Inhalte bezahlt. Nicht-Nutzer können sich am ehesten vorstellen, Paid Content von der Website eines bekannten Print-Titels oder einer Special-Interest-Website zu beziehen. 30 Prozent der 857 befragten Nicht-Nutzer stimmen dem zu. Verlage haben hier einen deutlich größeres Potenzial als bekannte reine Online-Anbietern (nur 12 Prozent Zustimmung)."

Publikumsverlage mit ihren bekannten Marken haben also ein Potential für Paid Content. Und dabei sind die Fach- und Wissenschaftverlage, die schon seit Jahren steigende Einnahmen mit diesem Geschäft erzielen, noch gar nicht berücksichtigt. Ebenso wenig wie Paid Services, die nach dem Modell von XING Gebühren für bestimmte Premiumdienste erheben.

Kommentare:

hemartin hat gesagt…

Paid Content lebt, ich bin nur skeptische, dass viele Verlage damit überleben können, überleben wollen.

Ehrhardt F. Heinold hat gesagt…

Da haben Sie vollkommen Recht! Gerade für die Publikumsverlage im Pressebereich wird Paid Content absehbar nur ein Möglichkeit für Zusatzerlöse sein, die Haupteinnahmequelle ist und bleibt Werbung. In anderen Marktsegmenten sieht das jedoch anders aus.