Donnerstag, 7. Juni 2007

Wikis als Geschäftsmodell?

Die Reichweite von Wikipedia hat Dimensionen erreicht, von der viele Verlage nur träumen. Das PR-Portal berichtet: "Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ist bei den deutschen Internetnutzern beliebter als in den USA. Im Februar 2007 zählte Nielsen/NetRatings für Wikipedia 12,3 Mio. deutsche unique visitors, was einer Reichweite von 33 Prozent entspricht."

Einige Verlage denken deshalb darüber nach, wie sie von dem Wiki-Boom profitieren können. Das Problem: Wie sollen neben einem zentralen Wiki, das mit atemberaubender Geschwindigkeit inhaltlich wächst und so als Nachschlagewerk für viele Spezialgebiete dient, Spezialwikis etabliert werden? In Deutschland gibt es deshalb hier nur wenige Versuche, am bekanntesten dürfte das Wirtschaftswiki vom Handelsblatt sein - das allerdings auch zeigt, wie schwer die Etablierung eines wirklich lebendigen Wikis ist.

Die großen Lexikonverlage Wissen Media (Bertelsmann) und Bibliographisches Institut, am stärksten von der Wikipedisierung des Nachschlagens betroffen, haben erst kleine Schritte in Richtung User Generated Content unternommen. BuchMarkt online meldete zu wissen.de: "Die Website lädt Leser und User ein, 'Lexikon-Scout' zu werden und all jene Personen, Ereignisse oder Begriffe des Jahres auf www.wissen.de zu melden und zu kommentieren, die ihrer Meinung nach in ein zeitgemäßes aktuelles Lexikon gehören. Das Web 2.0-Projekt geht Anfang Oktober online."

Wikipedia ist ein Verein, es gibt keine Werbung, die Finanzierung erfolgt über Spenden und Beiträge. Für Verlage also kein Geschäftsmodell. Wer ein Spezialwiki aufsetzen will, muss über eine Community verfügen, die Lust hat, sich in Spezialthemen zu verwirklichen - und sich nicht an einem "kommerziellen" Betreiber und an Werbung stört.

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