Mittwoch, 13. Juni 2007

Fachverlage im Internet: Aufbruch und Bedenken

Zum zweiten Mal war ich als Referent für das von der Deutschen Fachpresse veranstaltete und von der VDZ Zeitschriftenakademie durchgeführt Seminar "Fachverlage im Internet" tätig. Zusammenfassende Erkenntnis: Fachverlage entwickeln ihre Intenertangebote immer weiter und haben den Handlungsbedarf klar erkannt. Allerdings ist die Situation in den einzelnen Häusern oft sehr unterschiedlich, da z.B. Zeitschriftenwebsites von den einzelnen Redaktionen gepflegt werden.

Zentrale Hemmnisse bei der Entwicklung des Webbusiness sind mangelnde Budgets, mangelnde personelle Ressourcen, "Printdenke", mangelnde Erfahrung mit innovativen Formen der Contantaufbereitung und mit User Generadet Content, geringes Know-how in der Online-Werbevermarktung und Unklarheiten in der internen Organisation.

Diese Auflistung klingt schlimmer als sie ist: Alle diese Themen können von Verlagen dann bewältigt werden, wenn von der Verlagsleitung (bzw. den Inhabern) ein klares Signal in Richtung Online gegeben wird. Noch stammen 90-95% des Umsatzes aus den Printobjekten, aber der Umschwung ist schon deutlich spürbar. Pioniere wie der Vogel Verlag, die sich eindeutig in Richtung Lead Generierung ausrichten, zeigen, wie schnell ein Verlag seine Online-Strategie umsetzen kann. Allerdings wird erst die Zukunft zeigen, ob dieses Geschäftsmodell bei uns so gut funktioniert wie bei Techtarget (USA).

Große Unsicherheit herscht beim Thema Web 2.0: Von rechtlichen Bedenken bis hin zur Tauglichkeit der Zielgruppen für das Mit-Mach-Web reichen hier die Fragen. Selbst große Verlage sind zurückhaltend: Was man nicht (redaktionell) kontrollieren kann, lässt man lieber. Die User aber werden sich daran nicht stören und sich eigene Foren und Communities aufbauen - manch ein Fachverlag ist jetzt schon erstaunt, was sich da (und in welcher Menge) in Communities organisiert hat.

Fachverlage im Internet: Nach Jahren der Pflichtübungen ist jetzt Aufbruch angesagt. Die Verlagsleitungen drängen, die Mitarbeiter müssen (oft) unrealistische Erwartungen in Bezug auf Businesspläne erfüllen. Fortschritte sind überall zu sehen, ich bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen!

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