Freitag, 4. Mai 2007

Second Life: Hype schon vorbei?

Jüngst fragte mich der Verleger eines marktführenden Buchverlages: "Was ist eigentlich an Second Life dran?" Die virtuelle Welt fehlt mittlerweile in keiner Web 2.0-Präsentation, in keinem Gespräch. Die Web 2.0-Pioniere teilen sich mittlerweile in zwei Lager: Die einen sehen in Secend Life eine große Chance, die anderen halten es für überschätzt.
Das Fachmagazin werben & verkaufen ist die jüngste Stimme unter den Skeptikern: Das Magazin bemängelt vor allem das Fehlen valider Daten zu den Nutzern, profitiert hätten lediglich die Agenturen: "Für Werbungreibende fällt die Bilanz hingegen düster aus. Die Marketing- und Image-Effekte, die sich Unternehmen versprachen, fallen angesichts der winzigen und nicht identifizierbaren Zielgruppe in sich zusammen."
Das Weblog Literaurcafé urteilt ebenfalls eher skeptisch: "Second Life ist ein typisches Hype-Thema, wie es sie in den Zeiten der sogenannten New Economy zahlreich gab. Dennoch kann es hilfreich sein, diesen Hype auch als Autor oder Verlag zu nutzen, um auf die eigenen Bücher aufmerksam zu machen."
Dennoch beschäftigen sich Verlage und Buchhandlungen intensiv mit Secobnd Life:
  • Springer gibt mit The Avastar eine tägliche Zeitung in der virtuellen Welt heraus.
  • Das Portal BOL hat unter dem Namen BOL Mediado-me einen Medienshop eröffnet.
  • Sogar im Forum des Branchenmagazins Börsenblatt werden die Chancen von Second Life diskutiert.
  • Sogar Bibliotheken gibt es schon.
Eines steht fest: Second Life ist eine virtuelle Probebühne für eine neue Form digitalen Lebens. Wer jetzt schon Erfolgsgarantien, erprobte Marketingstrategien und valide Messinstrumente erwartet, ist einfach zu früh. Ein Feld für Pioniere eben, mit Lust an Ausprobieren, und ein wenig Spielgeld...

Eine lesenwerte Einführung zum Thema bietet, wie so oft, ein Wikipedia-Artikel.

Kommentare:

Frank hat gesagt…

Mit den jüngsten Vorwürfen und Ermittlungen der Staatsanwalte dürfte Second Life ein echtes Imageproblem bekommen. Falls man das nicht in den Griff kriegt, werden sich Werbungtreibende sehr schnell woanders umsehen.

Andreas hat gesagt…

Ich habe diesen übertriebenen Hype um diese Art Rollenspiel nie verstanden. Auch in meinem Blog habe ich verschiedene aktuelle Medienreaktionen zum Rückgang von Second Life gesammelt:
http://www.shop-und-service.com/index.php/gelesen-second-life-game-over-der-hype-ist-wohl-vorbei/

Gruß
Andreas