Montag, 26. März 2007

USA Today auf dem Weg zum Lesermedium

Tageszeitungen haben traditionell eine hohe Leserbindung. Schon immer spielte der "Leserbrief" eine große Rolle, vor allem im lokalen und regionalen Bereich. Durch die neuen Möglichkeiten von Web 2.0 können Tageszeitungen ihre Leser noch mehr integrieren. Einen der ambitioniertesten Versuche, sich in ein Comminuty-Medium zu verwandeln, unternimmt seit Anfang März 2007 USA Today durch ein tiefgreifendes Redesign. Der Katalog der Neuerungen liest sich wie eine Web 2.0-Toolbox:
  • Scan other news sources directly on USATODAY.com;
  • See how readers are reacting to stories;
  • Recommend stories and comments to other readers;
  • Comment directly on stories;
  • Participate in discussion forums;
  • Write reviews (of movies, music and more);
  • Contribute photos;
Auch wenn einige Nutzer das Redesign schon heftig kritisiert haben - insgesamt hat diese Innovation großes Aufsehen in das Fachcommunity erregt. So urteilt Mark Glaser in seinem Media Shift-Blog: "Overall, USA Today deserves an 'A' for effort and for pushing ahead with innovation on its site, especially in its attempt to include readers in both feedback and in story generation . These are the types of experiments that have to happen for any big news organization to know whether they can indeed walk their talk about networked journalism and audience involvement."

Werden die alten Medienmarken also in einer beispiellosen Aufholjagd die scheinbar enteilten Web 2.0-Portale ein- oder sogar überholen? Die Medienunternehmer selbst glauben jedenfalls fest daran, sonst würden sie nicht so viel Geld in ihre Medienmartlen investieren. Gruner & Jahr wird in diesem Bereich jedes Jahr 30 - 50 Mio. EUR investieren, wie Vorstandasvorsitznder Dr. Bernd Kundrun im SZ-Interview erläutert. Er hat auch keine Angst vor der neuen New Economy: "Youtube ist doch ein Klamuak-Dampfer, der sicher faszinierendes Entertainment bietet - auf den ersten Blick. Mittelfristig - da bin ich sicher - wird sich ein Abnutzungseffekt einstellen. Die großen Communities werden in kleinere, inhaltlich spezialisierte Einheiten zerfallen. Die Kunden wollen ein ernsthafteres, qualitatives Angebot. Dafür stehen unsere Medienmarken."

Arroganz der Alten - oder Selbstbewusstsein des Neuerwachten? Vermutlich beides...

Einen Überblick über die Diskussion und weiterführende Links zum USA Today-Relaunch bietet die OPA (Online Publishers Assoicaition).

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