Montag, 12. März 2007

DRM: Umstrittener Schutz auf dem Rückzug?

Jahrelang haben die Musikindustrie, aber auch Verlage bei E-Books ihr Heil in einem digitalen Dokumentenschutz gesehen: Document Rights Systeme (DRM) erlauben Rechteinhabern, die Verbreitung genau zu kontrollieren. Doch schon immer gab und gibt es Probleme mit DRM-Systemen. Für die Kunden bedeuten sie in jedem Fall Einschränkungen.

Deshalb hat Steve Jobs, der mit iTunes die Musikwelt revolutioniert hat, jüngst in einem Aufsatz den Verzicht auf DRM gefordert: "So if the music companies are selling over 90 percent of their music DRM-free, what benefits do they get from selling the remaining small percentage of their music encumbered with a DRM system? There appear to be none. If anything, the technical expertise and overhead required to create, operate and update a DRM system has limited the number of participants selling DRM protected music. If such requirements were removed, the music industry might experience an influx of new companies willing to invest in innovative new stores and players. This can only be seen as a positive by the music companies."

Alle DRM-Systeme bereiten Probleme, wie ein Überblick der TU München zeigt. Die Hörverlage setzen deshalb in der Mehrzahl auf die Wasserzeichen-Technologie von Fraunhofer, womit die nicht die Verbreitung verhindert, aber der Verbreiter nachträglich ermittelt werden kann.

In der Buchbranche hat sich DRM-Technologie von Adobe durchgesetzt. Obwohl es nach Aussage von Verlagen hier wenig Probleme gibt, finden sich doch immer wieder Berichte von entnervten Anwendern.

Die meisten Verlage verzichten ohnehin auf den DRM-Einsatz: Entweder sind die Inhalte frei, oder sie agieren im B2B-Bereich, in dem den Kunden vertaut wird. Nach der offensiven Äußerung von Steve Jobs wird die Diksussion ohnehin neu geführt. Die Musikindustrie zeigt, dass mit einer Verhinderung- und Kontrollstrategie die Kunden in die Illegalität getrieben werden.

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