Dienstag, 20. März 2007

Der Buchhandel entdeckt Web 2.0

Bücher sind auch in privaten Kreisen Gesprächanlass: Der Austausch über Leseerlebnisse und vor allem Empfehlungen sind wunderbare Themen, über die sich Leser austauschen. Hinzu kommt eine unüberschaubare Angebotsvielfalt, bei der sich beinahe jeder über Anregungen und Navigationschilfen freuen dürfte. Deshalb liegt die Integration von Web 2.0-Features in Buchwebseiten einfach auf der Hand.
Seit Januar gibt es das Hugenbudel-Buchblog, womit einer der marktführenden Buchhandelsketten das Web 2.0 erkundet: "Im Hugendubel Blog schreiben Mitarbeiter der Buchhandlung Hugendubel über Bücher: Vielfältig, ohne Einschränkung, Kürzung oder Änderung, über alle Themen." Das Blog sieht jedoch eher wie eine Buchbesprechungsseite aus. Kommentare der Leser können nur nach Registrierung geschrieben werden.
Klaus Eck, einer der bekanntesten deutschen Blogger, urteilt deshalb in PR-Blogger:"Auch sonst wirkt das Buchblog auf mich noch nicht besonders überzeugend. Hugendubel verzichtet auf ansprechende Titel für die Blogartikel und setzt lieber auf beinahe lexikalisch wirkende Überschriften, die eine Kategorie, den jeweiligen Buchautor und manchmal noch den Buchtitel angeben. Besonders lebendig oder fantasievoll wirkt das Blog dadurch nicht gerade. Schade eigentlich. Gerade vom größten deutschen Buchhändler wäre eigentlich mehr zu erwarten gewesen. Aber vielleicht ist das gerade die Chance für kleinere Buchhändler, sich über eigene Buchblogs von den großen Unternehmen positiv abzuheben." Klaus Eck nennt auch positive Beispiele, etwa von der ZVAB.
Weitere Buchhändler ziehen nach: So gibt es bei der Mayerschen jetzt "interaktive Charts", bei denen Leser ihre Lieblingsbücher empfehlen können, woraus dann eine Bestenliste generiert wird. Das Ganze wirkt zwar noch sehr statisch, aber ist immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Community. Pionier im Buchbereich ist übrigens die Fachbuchhandlung Lehmanns, die schon 1995 ein Blog führt.
Trotz manchen Anfangsfehler: Alle Initiativen in diese Richtung sind zu begrüßen, weil sie Bücher im gespräch halten und den Lesern eine erweiterte Form des Austausches bieten.

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